Mitarbeiterinnen wiesen auf Missstände in NÖ Pflegeheim hin: Kündigung

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ermittelt wegen des Quälens und/oder Vernachlässigens wehrloser Personen sowie des sexuellen Missbrauchs wehrloser Personen.
Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ermittelt wegen des Quälens und/oder Vernachlässigens wehrloser Personen sowie des sexuellen Missbrauchs wehrloser Personen. ©APA/HELMUT FOHRINGER
In der Causa um Ermittlungen zu Vorwürfen gegen vier Beschäftigte eines Pflegeheims in Sitzenberg-Reidling (Bezirk Tulln) hat der Betreiber SeneCura in dieser Woche jene beiden Mitarbeiterinnen gekündigt, die auf die angeblichen Missstände hingewiesen haben.

Unternehmenssprecherin Katrin Gastgeb bestätigte am Freitagnachmittag einen Online-Bericht der "Niederösterreichischen Nachrichten". Die beiden Dienstverhältnisse sind demnach aufgelöst worden.

Wiedereinstellung nicht ausgeschlossen

"Den beiden Mitarbeiterinnen gebührt für ihre Hinweise zu den Vorkommnissen, die nun auf unsere Anzeige hin von der Staatsanwaltschaft untersucht werden, große Anerkennung", teilte Gastgeb mit. "Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen stehen aber noch am Anfang, viele Fragen sind zu klären. Das betrifft auch die Rolle dieser Mitarbeiterinnen." Daher sei man in einem Gespräch zum gemeinsamen Schluss gekommen, dass die Resultate der Ermittlungen abzuwarten sind. Einer neuen Einstellung stehe "selbstverständlich nichts im Wege, wenn es diese Ergebnisse erlauben". Dies sei den Mitarbeiterinnen auch konkret zugesagt worden.

Laut dem Bericht hat die Betreuerin nach eigenen Angaben bereits im Sommer vergangenen Jahres einen Vorfall gemeldet. Dazu erklärte die Senecura-Sprecherin: "Die Behauptung, eine Mitarbeiterin hätte 2020 auf Missstände hingewiesen, denen aber nicht nachgegangen worden wäre, können wir nicht nachvollziehen."

Gleichzeitig wurde gebeten, das Haus "in Sitzenberg nun einmal zur Ruhe kommen zu lassen". "Seien Sie versichert, dass wir die Ermittlungen der Behörden tatkräftig unterstützen und unsere Konsequenzen aus den Vorkommnissen ableiten", teilte Gastgeb mit.

Ermittlungen wegen Quälens, Vernachlässigens und Missbrauchs

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ermittelt wegen des Quälens und/oder Vernachlässigens wehrloser Personen sowie des sexuellen Missbrauchs wehrloser Personen. Die Erhebungen richten sich gegen vier Pfleger - drei Frauen und einen Mann. SeneCura hat die betroffenen Mitarbeiter nach Bekanntwerden der Vorwürfe freigestellt und eine Untersuchungskommission zur Klärung der Anschuldigungen eingesetzt.

(APA/Red)

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