Mit Form und Farbe zur Papiercollage: Christoph Luger im Künstlerhaus

Ein Werk des Vorarlberger Künstlers Christoph Luger.
Ein Werk des Vorarlberger Künstlers Christoph Luger. ©www.christophluger.at
Wien - Will man die Arbeiten von Christoph Luger beschreiben, lässt man den Künstler am besten selbst zu Wort kommen.

Als “großformatig, abstrakt, flächig”, bezeichnet er seine mit Leimfarbe auf Papier aufgetragenen Werke, die von morgen, Freitag, bis zum 4. Dezember unter dem Titel “Arbeiten auf Papier” im Obergeschoß des Wiener Künstlerhauses zu sehen sind. Rund 40 Arbeiten, teils mehrere Meter hoch und breit, teils auch als Kleinformat, entführen in eine Welt dezenter Farbgestaltung, grundsätzlich klarer Strukturen und unzähliger Schichten.Was dabei sofort auffällt, ist die Hängung der Bilder. Mit Tacker werden sie an der Wand befestigt und gehen damit auf ihre Entstehung zurück, wie Luger der APA bei einer Vorabbesichtigung erläuterte. Nachdem er eine Wand nach seinen Vorstellungen bearbeitet hat, werden die teils aus mehreren Papierrollen bestehenden Formate aufgetragen. Dadurch will der Künstler “so nahe wie es geht an die Wand”. Löcher und Risse gehören zum Prozess dazu, “sind aber nicht das Thema”, wie er festhielt.

Die gezeigten Arbeiten sind großteils in den vergangenen fünf Jahren entstanden. Aus diesem Rahmen fällt allerdings eine rund 30 Jahre alte, rund drei mal viereinhalb Meter große Papiercollage. “Ich wollte mich nach der Akademie ein bisschen freistrampeln”, erzählte der Künstler, der in der Entstehungszeit zwischen 1982 und 1985 an keinem anderen Bild gearbeitet hat; 1990 erhielt er dafür den Otto-Mauer-Preis. “Es hat sich dann schrittweise über die Jahre entwickelt. Jetzt arbeite ich schneller.”

So entstehen nun im Wochenrhythmus die Bilder, “Urlaub eingerechnet”, wie Luger schmunzelnd anmerkte. Er kommt auf 50 Großformate pro Jahr: “Das ist eine Struktur, die die Arbeit richtet und so für mich funktioniert.” Er produziere zwar “nicht jede Woche ein gutes Bild, aber ein Bild”, und das sei das Wesentliche. “Die guten Bilder kommen dann ganz von selbst.” Für Christine Janicek, die die Ausstellung kuratiert hat, ist Luger ein “Grenzgänger zwischen Wandmalerei, Bildmalerei und Collage”.

Der gebürtige Vorarlberger Christoph Luger (Jahrgang 1957), der sein Atelier derzeit in der Nußwaldgasse in Wien hat, studierte an der Akademie der bildenden Künste bei Max Melcher und Josef Mikl. Die aktuelle Schau findet im Rahmen des Projekts “Serendipity” statt, das vom Unternehmer und Kunstsammler Georg Folian 2007 gegründete wurde und sich zum Ziel gesetzt hat, Künstler, die sich in Fachkreisen einen Namen gemacht haben, einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. In den vergangenen Jahren wurden Ausstellungen zu De Es Schwertberger (2007), Oskar Putz (2009) und Jakob Gasteiger (2010) realisiert. Eröffnet wird die Schau heute, Donnerstag, Abend (19.30 Uhr) von Edelbert Köb.

Ausstellung Christoph Luger “Arbeiten auf Papier” von 18. November bis 4. Dezember im Rahmen des Projekts “Serendipity” im Künstlerhaus, Karlsplatz 5, 1010 Wien, tägl. 10-18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr (freier Eintritt). Katalog zur Ausstellung, Verlag für moderne Kunst, dt./engl., 160 S., 33 Euro, ISBN 978-3-86984-237-0; http://www.k-haus.at; http://www.projekt-serendipity.at; http://www.christophluger.at

(APA)

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