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Missstände in Gerichtsmedizin

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Bis zu drei Leichen in einem Kühlfach, Verwesungsgeruch, verheerende Raumverhältnisse: Die Missstände in der Wiener Gerichtsmedizin waren offenbar hausgemacht, so das Justizministerium.

Die in einem Rechnungshof-Rohbericht aufgezeigten Missstände in der Wiener Gerichtsmedizin – bis zu drei Leichen in einem Kühlfach, allgegenwärtiger Verwesungsgeruch, desaströse Raumverhältnisse – waren offenbar hausgemacht. Davon ist man jedenfalls im Justizministerium überzeugt. Einige Sachverständige – im Institut sind derzeit 13 Gerichtsmediziner beschäftigt – hätten sich mit „Privatgutachten“ ein „feines, fettes Körberlgeld“ verdient und dem Institut damit laufend Geld entzogen, hieß es dazu am Donnerstag.

„Da ist eindeutig eine Mitverantwortlichkeit der ehemaligen Wissenschaftsminister Erhard Busek, Rudolf Scholten und Caspar Einem gegeben“, erklärte Pressesprecher Martin Standl. Das Institut, das ins Ministerium für Wissenschaft und Bildung ressortiert, hätte fast 15 Jahre nur eine interimistische Leitung besessen. Die dadurch fehlende Kontrolle habe es ermöglicht, „dass die Zustände ihren Lauf genommen haben.“

Gutes “Körberlgeld” für einzelne Mediziner

Der damalige Justizminister Dieter Böhmdorfer (F) hätte unverzüglich reagiert, als ihm im Vorjahr die herrschenden Missstände zu Ohren kamen, sagte Standl. So sollen einzelne Gerichtsmediziner zu ihrem regulären Gehalt bis zu knapp 8.190 Euro brutto monatlich bezogen haben, indem Sachverständigengelder auf dem Konto einer eigens dafür gegründeten Gesellschaft bürgerlichen Rechts landeten und dann ans Personal ausgeschüttet wurden. Für die Nutzung der Infrastruktur wurden dem Institut lediglich 15 Prozent Kostenersatz abgeführt, was – so ein Insider – „den baulichen Verfall des Gebäudes begünstigt hat. Es war einfach kein Geld für nötige Sanierungsarbeiten da.“

„Die Justiz hat keinen Einfluss darauf, ob und inwieweit dienstrechtliche Vorgaben eingehalten, geprüft und Verstößen mit Mitteln des Disziplinarrechts begegnet wurde“, betonte Standl. Schließlich habe das Wissenschaftsministerium mit Manfred Hochmeister heuer aber doch einen Institutsvorstand bestellt: „Dieser hat jetzt die durchaus nicht beneidenswerte Aufgabe, den Laden auf Vordermann zu bringen.“

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