Minus 11,8 Grad im April: Frostnacht ließ fast ganz Österreich bibbern

Die Nacht auf Freitag verlief vielerorts frostig.
Die Nacht auf Freitag verlief vielerorts frostig. ©pixabay.com (Sujet)
Mit minus 11,8 Grad war es in der Nacht auf Freitag in Bad Mitterndorf in der Steiermark am kältesten. Laut ZAMG seien so tiefe Temperaturen im April relativ selten.

Die Nacht auf Freitag hat in fast ganz Österreich Minusgrade und vereinzelt auch neue April-Kälte-Rekorde gebracht. "Von den rund 280 Wetterstationen der ZAMG blieben nur vier frostfrei: Bregenz, Fraxern, Feldkirch (alle Vorarlberg) und Wien Innere Stadt",, hieß es in einer Aussendung der ZAMG.

Am kältesten war es mit minus 11,8 Grad in Bad Mitterndorf in der Steiermark, was auch gleich ein Rekordwert für diese Messstation war.

Vereinzelte April-Kälte-Rekorde in der Nacht

Minus-Rekorde gab es mit minus 9,9 Grad auch in Windischgarsten in Oberösterreich sowie mit minus 8,9 Grad in Zeltweg in der Steiermark. Der österreichweite Kälterekord für April liegt an bewohnten Orten aber weiterhin bei minus 19,7 Grad, gemessen am 8.4.2003 in Seefeld in Tirol.

"Ein Tag mit leichtem Frost kommt im April selbst in den tiefen Lagen Österreichs fast jedes Jahr vor. Aber so tiefe Temperaturen wie derzeit sind relativ selten, wie man auch an den vereinzelten Rekorden sieht", sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. Vergleichbare Kälteeinbrüche im April gab es in der jüngeren Vergangenheit zuletzt in den Jahren 2020, 2017, 2003 und 1997.

Frostschäden beim Obst könnten in die Millionen gehen

Die vergangenen Frostnächte haben landesweit für Schäden im Pflanzenbau gesorgt. So schlimm wie im Vorjahr sind die Schäden heuer aber vorerst nicht. Es gibt sie aber in unterschiedlichem Ausmaß in verschiedenen Regionen vor allem beim Obst. Wie hoch die Ausfälle sind, lässt sich vorerst noch nicht beziffern. Sie werden erst erhoben, könnten aber in die Millionen gehen.

"Schäden sind über das Bundesgebiet verstreut in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden", sagte Mario Winkler, Sprecher der Hagelversicherung. "Die Vorsorgemaßnahmen wie Räuchern und Frostberegnung haben teilweise gegriffen, Schäden gibt es aber trotzdem. Wie hoch diese sind, lässt sich vorerst aber noch nicht sagen. Es könnte in die Millionen gehen, weil wertvolle Kulturen betroffen sind." Die Schadenserhebung werde aber noch bis Mitte der kommenden Woche dauern. Schäden gebe es vor allem bei Kirschen und Marillen. Zum Teil drohten aber auch beim später blühenden Apfel Qualitätseinbußen.

"Im Ackerbau gibt es keine Probleme", sagte Andreas Pfaller, Referatsleiter Pflanzliche Erzeugnisse in der LK Österreich. Dort seien nicht wie in vergangenen Jahren Kürbisse oder Erdäpfel abgefroren, da sie meist auch erst angebaut werden. Im Ackerbau geht es eher schon wieder um eine gegebene Trockenheit. Aber auch diese habe vorerst noch keine Auswirkung und mit genügend rechtzeitigem Niederschlag sei diese gut aufholbar.

Bei Wachauer-Marillen "schaut es nicht so gut aus"

Auch bei der Landwirtschaftskammer (LK) war man am Freitag dabei, das Schadensausmaß zu eruieren. "Wir hören aus den Regionen, dass es Schäden gibt, diese sind aber noch entfernt vom vorigen Jahr", sagte Manfred Weinhappel, Leiter der Fachabteilung Pflanzenproduktion in der LK Niederösterreich. "Die Einschätzung ist, dass es keine Totalausfälle aber eben schon Schäden gibt. Die Frage ist auch noch, wie es weiter geht. Auch die kommende Nacht könnte noch leichten Frost bekommen."

Bei den Marillen "schaut es in der Wachau nicht so gut aus", sagte Weinhappel. Voriges Jahr allerdings gab es dort praktisch einen Totalausfall bei der Frucht, für die die Region besonders berühmt ist. Im Weinviertel seien wenige Marillen-Schäden bekannt. "Bei leichtem Frost kommt man gut durch mit Anti-Frostmaßnahmen, aber in der Wachau waren es teilweise minus fünf, minus sieben Grad, da wird es schwierig." Dort war die Blüte auch schon beim "abgehen" - also im Endstadium - und das mache sie anfälliger als im Anfang oder in der Vollblüte, erklärte Weinhappel.

(APA/Red)

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