Mindestens sechs NATO-Soldaten getötet

Bei mehreren Bombenanschlägen in Afghanistan sind mindestens sechs Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben gekommen. Wie die NATO-geführte ISAF am Mittwoch mitteilte, starben fünf Einsatzkräfte bei der Explosion von Sprengsätzen im Süden des Landes, vier davon bei einem einzigen Zwischenfall. Ein weiterer Soldat wurden bei einem Anschlag im Osten getötet. Die Nationalität der toten ISAF-Soldaten wurde wie üblich nicht mitgeteilt.

In der Hauptstadt Kabul kamen unterdessen erstmals die Mitglieder des neu gegründeten “Hohen Friedensrates” zusammen. Bei dem Treffen am Mittwoch ging es laut einer Mitteilung des Rates vor allem um organisatorische Fragen. Der Vorsitzende des 70-köpfigen Gremiums, Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani, will sich an diesem Donnerstag auf einer Pressekonferenz äußern. Der Friedensrat soll Gespräche mit den radikal-islamischen Aufständischen im Land vorantreiben.

Im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr tötete die ISAF einen ranghohen Kommandeur der Taliban bei einem gezielten Luftangriff. Nach ISAF-Angaben soll der Extremist mit dem Namen Shirin Agha in der Provinz Kundus für Anschläge gegen afghanische und ausländische Truppen verantwortlich gewesen sein und Terroraktionen anderer Aufständischer in der Region finanziert haben. Die Militäroperation habe bereits am Montag stattgefunden, hieß es.

Der Verwaltungschef des Unruhedistrikts Char Darah, Abdul Wahid Omarchel, sagte, der getötete Kommandeur sei der “stellvertretende Schatten-Gouverneur der Taliban” in der Provinz Kundus gewesen. Erst Ende April war der “Schatten- Gouverneur” der Taliban für Kundus, Mullah Yar Mohammad, bei einem Luftschlag getötet worden.

In den vergangenen Monaten hat die Gewalt in Afghanistan erheblich zugenommen. Laut Zählung des Internetdienstes icasualties.org verloren seit Jahresbeginn fast 580 NATO-Soldaten ihr Leben. Zudem starben Hunderte Aufständischen und Zivilisten.

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