Milder Winter sorgt zum Teil für Rekord-Niederschläge

Der Winter war eher mild und nass.
Der Winter war eher mild und nass. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Ein Mix aus extremer Kälte und Rekordwärme, Schneemassen und Trockenheit, Nebelgrau und Sonnenschein - dieser Winter hatte wirklich alles. Insgesamt war der Winter aber eher mild und nass.

Der Winter 2020/21 war sehr mild, im Norden und Osten auch sehr trocken. Im Süden und Westen gab es dagegen größtenteils viel Niederschlag, vereinzelt im Rekordbereich. Das geht aus der vorläufigen Bilanz der ZAMG vom Freitag hervor.

Extreme Kälte und Rekordwärme, Schneemassen und Trockenheit, Nebelgrau und Sonnenschein - der Winter brachte sehr unterschiedliches Wetter. "Der Dezember war mild, der Jänner relativ kalt und der Februar wieder sehr mild", bilanzierte Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). In Summe liege dieser Winter in den 255 Jahren Messgeschichte im Tiefland Österreichs auf Platz 21 in der Reihe der wärmsten. "Auf den Bergen ist es Platz 26 in der 170-jährigen Gipfelmessreihe."

Von -24,2 Grad bis +22,6 Grad

Im Tiefland war es dabei um 0,8 Grad wärmer als im Mittel der letzten 30 Jahre (Klimaperiode 1991 bis 2020) und um 1,9 Grad wärmer als in der Klimaperiode 1961 bis 1990. Auf den Bergen liegen die Abweichungen bei plus 0,5 Grad (zur Klimaperiode 1991 bis 2020) und plus 1,6 Grad (1961 bis 1990). Die Temperaturen reichten in den bewohnten Regionen Österreichs von minus 24,2 Grad am 11. Jänner in St. Jakob/Defereggen in Osttirol bis 22,6 Grad am 23. Februar in Köflach in der Steiermark.

Beachtlich war laut Orlik der schnelle Wechsel von sehr kalt auf sehr mild im Februar. In einigen Regionen Österreichs gab es dabei innerhalb von nur einer Woche Temperaturunterschiede von über 30 Grad, wie in Lech/Arlberg (33,0 Grad Unterschied vom Tiefst- zum Höchstwert in sieben Tagen), in Bad Mitterndorf (31,7 Grad) und in Lunz/See (31,0 Grad).

Größte Schwankung um 41 Grad

Die Rekorde für die größte Schwankung in sieben Tagen liegen aber bei 41 Grad, gemessen im Jänner 1968 in Zeltweg, im Dezember 1961 am Flughafen Salzburg und im Februar 1940 an der Wetterstation Hall/Admont. Den größten Temperaturunterschied in sieben Tagen in der jüngeren Vergangenheit gab es im Jänner 2000 mit 38,8 Grad in Tamsweg.

Die Alpen teilten Österreich in diesem Winter in zwei sehr unterschiedliche Niederschlagsregionen. Deutlich mehr Regen und Schnee als in einem durchschnittlichen Winter gab es vom Süden des Landes über den Tiroler Alpenhauptkamm bis Vorarlberg. "Speziell Osttirol und Oberkärnten lagen sogar im Rekordbereich. In Lienz war es mit einer Niederschlagssumme von 622 Liter pro Quadratmeter der zweitnasseste Winter der rund 170-jährigen Messgeschichte und mit einer Neuschneesumme von 324 Zentimeter der schneereichste Winter seit Beginn der Schneemessungen hier vor rund 50 Jahren", sagte der ZAMG-Klimatologe.

Winter an der Alpennordseite eher trocken

Sehr trocken war dieser Winter hingegen an der Nordseite der Alpen, vom nördlichen Tiroler Unterland über den Großteil von Salzburg bis Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Trockenster Ort Österreichs im Messnetz der ZAMG war in diesem Winter die Wetterstation Leiser Berge bei Ernstbrunn im Weinviertel mit nur 36 Millimeter Niederschlag (rund 50 Prozent weniger als im Durchschnitt). Die größte Niederschlagsmenge des Winters wurde mit 969 Millimeter beim Loiblpass in Kärnten gemessen (rund 40 Prozent mehr als im Durchschnitt).

(APA/Red)

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