Michael Häupl feiert 60sten Geburtstag

Und bald folgt der nächste Anlass zum Feiern: Häupls 15-jähriges Amtsjubiläum steht bevor.

Sei es die Einführung des Euros, die Aufhebung der Grenzkontrollen zu den Nachbarländern oder der Höhenflug von Internet und Handy – Jugendliche in Wien haben bereits einige historische Umwälzungen erlebt. Doch zumindest eine Konstante gibt es: “Ihr” Bürgermeister hieß stets Michael Häupl. Denn der ist bald 15 Jahre, seit dem 7. November 1994, im Amt. Schon kommende Woche feiert er ein weiteres Jubiläum: Seinen 60. Geburtstag, der mit einem Festempfang am Samstag im Rathaus begangen wird.

Geboren wurde Häupl nicht in Wien, sondern in Niederösterreich. Er erblickte am 14. September 1949 in Altlengbach das Licht der Welt – in einer, so heißt es, traditionell ÖVP-nahen Lehrerfamilie. Der Bub besuchte unter anderem die Schule der Benediktiner in Seitenstetten. Die Matura absolvierte Häupl 1968 im Bundesrealgymnasium Krems. Dass er während der Schulzeit unter dem Kneipnamen “Roland” in der schlagenden Studentenverbindung “Rugia” aktiv war, erwähnen vor allem politische Gegner (und Journalisten in Häupl-Porträts) immer wieder gerne.

Nach der Matura begann er in Wien das Studium der Biologie und Zoologie. Ab dem Jahr 1975 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Naturhistorischen Museum und promovierte zwei Jahre später über die Schädelkinetik bei Gekkoniden, den Kleinechsen der Tropen. Schon während des Studiums erfolgte ein politischer Richtungswechsel: Auf Burschenschaft folgte der Verband Sozialistischer Studenten (VSStÖ). Als dessen Bundesvorsitzender fungierte er von 1975 bis 1977. 1983 zog er in den Gemeinderat ein.

Am 29. Jänner 1988 wechselte er auf Wunsch seines politischen Ziehvaters Helmut Zilk als Umweltstadtrat in die Stadtregierung. Endgültig zu Zilks Kronprinzen auf das Amt des Bürgermeisters avancierte Häupl schließlich am 23. April 1993, als er die Nachfolge Hans Mayrs als Vorsitzender der Wiener SPÖ antrat. Die Wahl zum Stadtoberhaupt erfolgte am 7. November des Folgejahres.

Häupl musste gleich bei seiner ersten Wahl 1996 eine Niederlage einstecken. Die rote Absolute war vorübergehend Geschichte, es folgte eine SPÖ-ÖVP-Koalition. 2001 konnten die für die Wiener SPÖ gewohnten Verhältnisse jedoch wieder hergestellt werden, wohl auch dank des erklärten Lieblingsfeindes des Bürgermeisters – der schwarz-blauen Bundesregierung. Sie wurde zum Hauptangriffsziel im Wahlkampf. Apropos Bund: Michael Häupls Kommentare zur Bundespolitik sind stets gefragt, vor allem Wortspenden zum Zustand der SPÖ oder zum jeweils aktuellen Vorsitzenden werden bei der allwöchentlichen Dienstags-Pressekonferenz mit Spannung erwartet.

Kritik kommt dabei eher selten, falls doch, wird sie dafür meist als “Machtwort” interpretiert. Und tatsächlich hat das Wort Häupls in der Partei ziemliches Gewicht. Wobei er auch mit der politischen Konkurrenz ganz gut kann, vor allem mit einigen ÖVP-Granden. Mit dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (V) ist er befreundet, auch die Achse zum damaligen Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Nettig funktionierte stets bestens. Nettig ist weiterhin Sonderbeauftragten der Stadt für Auslandsbeziehungen.

Häupl mag Wahlkämpfe und schätzt den direkten Kontakt zu seinen Wienerinnen und Wienern. Dabei muss er sich nicht selten mit dem Thema Zuwanderung beschäftigen, wie überhaupt die Auseinandersetzung mit der FPÖ Häupls Karriere permanent begleitet hat. Gleichzeitig ist er auch am europäischen Parkett präsent – als Präsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE). Weitere Karriereschritte plant er laut eigenen Angaben nicht. Bürgermeister von Wien zu sein, sei der tollste Job der Welt, wird Häupl nicht müde zu betonen. Und, so versichert er, er denkt auch noch nicht daran, diesen Job in absehbarer Zeit aufzugeben.

Schon jetzt gehört Michael Häupl definitiv zu den am längsten regierenden Bürgermeistern. Man muss bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurückgehen, um einen Vorgänger zu finden, dessen Amtszeit länger gedauert hat: Stephan Edler von Wohlleben kam auf immerhin 19 Jahre (1804-1823).

Michael Häupl hat zwei Kinder. Er ist verheiratet, lebt jedoch von seiner Frau getrennt. Seine Urlaube verbringt er vor allem in der Toskana. Auch für ein Hobby hat der Wiener Regierungschef Zeit – es ist violett und hört auf den Namen Austria Wien. Tatsächlich ist der Fußballclub weit mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung, ist Häupl doch dort auch Vorsitzender des Kuratoriums.

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