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Mexiko: Proteste gegen Wahlausgang

Straßenproteste von Anhängern des bei der mexikanischen Wahl nach offiziellen Angaben unterlegenen Linkskandidaten haben die Hauptstadt des Landes den zweiten Tag in Folge ins Chaos gestürzt.

Bei vielen Bürgern wuchs die Sorge vor einem lang anhaltenden und lähmenden Streit.

Die Demonstranten campierten erneut entlang einer Hauptverkehrsstraße in Mexiko-Stadt. Der Verkehr im Zentrum einer der größten Metropolen der Welt brach zusammen. Schon am Montag war die Straße, an der unter anderem die mexikanische Börse, mehrere Regierungsstellen sowie große Konzerne ihren Sitz haben, blockiert worden.

Der Linkskandidat Andres Manuel Lopez Obrador kündigte an, seine Unterstützer würden nicht weichen, bis das Bundeswahlgericht eine vollständige Neuauszählung des umstrittenen Wahlergebnisses vom 2. Juli anordne. Lopez Obrador und seine Anhänger werfen den Behörden Betrug bei der Abstimmung vor, die er nach offiziellen Angaben mit einem Rückstand von 244.000 Stimmen oder knapp 0,6 Prozentpunkten gegen den Konservativen Felipe Calderon von der Regierungspartei PAN verloren hatte.

Die von Lopez Obrador initiierte Kampagne des zivilen Ungehorsams hat die politische Krise im wirtschaftsstärksten Land Lateinamerikas vertieft. Der Streit um den knappen Wahlausgang wirkt sich dabei zunehmend auf die Wirtschaft aus. So gab der mexikanische Peso am Dienstag zum Dollar ebenso wie die Börse erneut nach.

Dass die Stadtpolizei gegen die Demonstranten vorgehen wird, gilt als unwahrscheinlich, weil sie von der Partei Lopez Obradors kontrolliert wird. Er war Bürgermeister von Mexiko-Stadt, bis er 2005 wegen seiner Kandidatur für das Präsidentenamt zurücktrat.

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