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Messerstecherei im Stuwerviertel - kein Urteil

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Eine Prostituierte löste in der Nacht auf den 13. April 2004 im Stuwerviertel in Wien-Leopoldstadt eine tödliche Messerstecherei aus. Die sichtlich alkoholisierte 41-Jährige drängte sich zwei jungen Männern auf, die aber kein Interesse hatten: „Nehmt’s mi mit!“

Als Emir M. (24) sie deutlich abwies, trat plötzlich der 51 Jahre alte Bruder der Gunstgewerblerin auf den Plan. Walter Sch. ging auf die Männer los, bezahlte das letzten Endes aber mit dem eigenen Leben. Am Mittwoch mussten sich Emir M. und sein 23 Jahre alter Freund wegen absichtlicher Körperverletzung mit Todesfolge im Landesgericht verantworten.

“Auf einmal war der Mann mit dem Messer da”
Die beiden Freunde hatten in einer Spielhalle im Prater ihr Bargeld vergeigt und wollten gegen Mitternacht nach Hause, als ihnen die grell geschminkte und nicht mehr nüchterne Frau über den Weg lief. „Wir sind mit ihr laut geworden. Auf ein Mal war der Mann mit dem Messer da“, berichtete Emir M. dem Schöffensenat (Vorsitz:
Eva Brachtl).

Unbeteiligte Zeugen sahen, wie Walter Sch. seinen „Springer“ Emir M. in den Bauch und die Schulter stieß. Dem lebensgefährlich Verletzten gelang es aber mit Hilfe seines Freundes, dem Angreifer die Waffe zu entwinden und diese an sich zu nehmen. Als Walter Sch. flüchten wollte, holte ihn der stark blutende 24-Jährige noch ein und stach ihn wutentbrannt nieder.

Im “Blutrausch” gehandelt

Gegenüber der Polizei gab Emir M. später an, er wäre „ausgezuckt“ und „im Blutrausch“ gewesen. „Er wollte mich umbringen. Ich hab’ in Panik irgendwohin gestochen“, meinte er nun in der Verhandlung.

Walter Sch. büßte bei der Messerstecherei unter anderem seine Nasenspitze ein. Mit schweren Verletzungen im Brustbereich schleppte er sich noch in seine nahe gelegene Wohnung, wo er dann verblutete. Emir M. war am Tatort zusammen gebrochen, die Rettung brachte ihn ins Spital, wo er mehrere Tage auf der Intensivstation behandelt werden musste.

Verhandlung vertagt

Das Strafverfahren wurde auf Anfang November vertagt. Die Prostituierte kam ihrer Zeugenladung nicht nach, außerdem soll noch ein gerichtsmedizinisches Gutachten eingeholt werden.

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