Meldungen über schwer kranke Welpen nehmen zu

Die Tiere leiden oft unter Würmern, Krankheiten oder Gendefekten.
Die Tiere leiden oft unter Würmern, Krankheiten oder Gendefekten. ©Tierschutzombudstelle
In Pandemie-Zeiten wächst bei vielen Menschen kurzfristig der Wunsch nach einem treuen Begleiter. Mit ein paar Klicks im Internet lässt sich dieser erfüllen. Doch legal ist dieser Weg oft nicht.

Lola, neun Wochen jung, übergeben an einem Parkplatz im Grenzgebiet zwischen Österreich und Ungarn. Benny, acht Wochen, mit zahlreichen anderen Welpen im Kofferraum aus der Slowakei nach Wien geliefert. Beide Hunde wurden über das Internet gekauft, beide Hunde waren schwer krank. Benny musste bereits eingeschläfert werden, Lola kämpft. "Dies sind nur zwei tragische Fälle von Welpenhandel aus dieser Woche. Wir gehen davon aus, dass derzeit rund 25 Prozent mehr Hunde angeschafft werden als in Nicht-Corona-Zeiten - ein Großteil davon kommt von skrupellosen Tierhändlern aus dem Internet", so Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). Die TOW warnt davor, Tiere über Online-Plattformen, Social Media-Gruppen oder andere Webseiten zu kaufen und fordert das zuständige Gesundheitsministerium auf, weitere Schritte gegen den unseriösen Handel mit Tierwelpen zu setzen.

Polizisten schauten weg

Skandalös scheinen auch die Zustände im Grenzgebiet zwischen Österreich und Ungarn zu sein, wo die Käuferin der eingangs erwähnten Hündin Lola das Tier auf einem Parkplatz übernommen hat. Ihren Schilderungen nach habe die Exekutive auf beiden Seiten den Kauf auf offener Straße toleriert. Mehr noch: Zweifel der Käuferin ob dieser ungewöhnlichen Vorgehensweise seien von den Beamten mit dem Hinweis, dass "sie es schon kennen" entkräftet worden. "Wir haben die Kollegin im Burgenland bereits informiert, die der Sache nachgehen wird", so Eva Persy.

Käufer bleiben auf Kosten sitzen

Für Lola und Benny kommt eine mögliche Änderung der Bestimmungen zu spät: Benny musste nach seinem fünftägigen Kampf gegen Parvovirose erlöst werden. Seine Halter bleiben auf 2.000 Euro Behandlungskosten und dem Anschaffungspreis von 1.300 Euro sitzen. Lola (Kaufpreis: 950 Euro, Behandlungskosten: derzeit 1.400 Euro) leidet unter akutem Parasitenbefall, die nächsten gesundheitlichen Probleme sind absehbar: Bei der Hündin wurden bereits mehrere Gendefekte diagnostiziert. Die Verkäuferin ist nicht mehr zu erreichen. "Ich bitte Sie inständig: Lassen Sie die Finger von Welpen aus dem Internet und ersparen Sie den Tieren und sich unnötiges Leid", appelliert Eva Persy. 

(APA/red)

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