Meischberger-Steuernachzahlung hakt wegen Plech

Der frühere Buwog-Lobbyist Walter Meischberger muss nach seiner Selbstanzeige wegen der unversteuerten Buwog-Provision Steuern in Millionenhöhe nachzahlen, doch nun hakt die Nachzahlung ausgerechnet an seinem früheren Geschäftspartner Immobilienmakler Ernst Karl Plech, berichtet der "Standard" (Donnerstagausgabe).

Denn Meischbergers Geld in Liechtenstein ist eingefroren, wegen der Buwog-Privatisierung finden strafrechtliche Ermittlungen statt.

Von der 9,6-Mio.-Euro-Provision, die die bei der Buwog-Privatisierung siegreiche Immofinanz an den Lobbyisten Peter Hochegger zahlte, erhielt Meischberger 7,7 Mio. Euro. Das Geld hatten sie nicht versteuert. Als das Thema im Herbst 2009 öffentlich bekannt wurde, haben beide Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet. Die Höhe des von Meischberger nachzuzahlenden Steueraufkommens wolle sein Anwalt nicht sagen, laut “Standard” geht es um 1,4 Mio. Euro Umsatzsteuer und 3,8 Mio. Euro Einkommenssteuer.

Nachdem Meischberger, der Trauzeuge von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, offenbar schon seine Villa in Wien-Döbling verkauft habe, bleibe ihm nur mehr die Rückabwicklung von Immobiliengeschäften mit Plech. Dieser habe aber selber seit Jahren ein offenes Abgabeverfahren mit der Finanz, die sich per Sicherstellungsexekutionen auf seinen Liegenschaften abgesichert habe. Jene Immobilien, die Makler Plech per Immobilien-Treuhand-Vereinbarung für Meischberger angeschafft haben soll – laut “Standard” eine Wohnung im australischen Brisbane, eine in Wien-Mariahilf und eine Bleibe an einem Badeteich in Götzendorf – würde Meischberger nun gerne zu Geld machen und den Vertrag mit Plech rückabwickeln.

1,3 Mio. Euro soll Meischberger in die Immobilien investiert haben, doch nun sei die Rückabwicklung des Vertrags samt Auszahlung von Meischberger wegen Plechs Steuerverfahren unmöglich, wird sein Anwalt Eduard Salzborn im “Standard” zitiert. Die Finanz kommentiere die Verfahren nicht, auch Plech und sein Anwalt nahmen demnach nicht Stellung.

Kann Meischberger die gesamte Steuernachzahlung bis September nicht stemmen, ist es laut Zeitung mit der strafbefreienden Wirkung seiner Selbstanzeige vorbei. Der Strafzuschlag würde bis zu 200 Prozent ausmachen. (APA)

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