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Meine erfundene Frau

Wenn der Fake-Ehering am Finger beim kurzen Abenteuer Probleme bereitet: Sommerkomödie mit Jenifer Aniston und Adam Sandler. Ab 24. Februar im Kino.
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Themen wie Freundschaft und Ehe, sowie der nicht immer ganz einfache Umgang mit der Wahrheit lassen das US-Kino derzeit nicht los: Ob in “Dickste Freunde” mit Vince Vaughn und Kevin James oder “Freundschaft Plus” mit Natalie Portman und Aston Kutcher. Nun setzt Dennis Dugan, Regisseur von Werken wie “Kindsköpfe”, noch eins drauf und schickt Starkomiker Adam Sandler (“50 erste Dates”) in ein wildes Kuddelmuddel: Hier die erfundene Ehefrau, da eine naive, aber sehr aparte, junge Lehrerin, dazu ein chaotischer Familienausflug nach Hawaii. An Sandlers Seite agiert eine quirlige Jennifer Aniston (“Trennung mit Hindernissen”).

Schönheitschirurg Danny Maccabee (Sandler) hat den Dreh raus: Um frei und ohne jedwede Verpflichtung von einer hübschen Dame zur nächsten hüpfen zu können, trägt er an seiner Hand einen Ehering, ohne freilich tatsächlich verheiratet zu sein. Alles Fake, alles Schwindel aus einem einzigen Grund: um bei seinen Dates und Flirts keine falschen Hoffnungen zu wecken. Klar, dass das nicht immer gut und so nicht weitergehen kann. Eines Tages steht sie dann auch vor ihm, in Form einer hübschen Schullehrerin (gespielt von US-Topmodel Brooklyn Decker) – die Erste, mit der sich der Hallodri eine festere Bindung vorstellen kann.

Wenn da nur nicht der verflixte “Ehering” wäre, den die Auserwählte in Dannys Hose entdeckt. Nein, mit einem verheirateten Mann möchte die Lehrerin nun wirklich nichts anfangen! Danny aber ist ein schlaues Kerlchen, flugs verkündet er nicht nur, dass er sich ja ohnehin gerade habe scheiden lassen wollen, er überredet auch noch seine Assistentin Katherine (Aniston), doch den Part der künftigen “Ex-Frau” zu mimen. Was folgt, ist ein herrlich chaotischer “Familien”-Trip gen Hawaii, bei dem Danny sich irgendwie aus dem Schlamassel herauszuwinden sucht.

Regisseur Dugan erzählt mal entlang etablierter Genrekonventionen der Romantic Comedy, mal aber auch ein ganzes Stückchen überdrehter und frecher, als man das gewöhnlich kennt. Und während der im Comedyfach routinierte Adam Sandler seinen Part ohne größere Höhen und Tiefen spielt, entwickelt die zunächst etwas träge Jennifer Aniston geradezu erstaunliche Verve. Die angebliche Ex von Danny gibt sie mit derart großer Leidenschaft, dass dies Model Brooklyn Decker – sie gibt hier ihr Kinodebüt – arg blass aussehen lässt. Schließlich hält die Komödie noch einen skurril-exaltierten Gastauftritt von Nicole Kidman parat, auch wenn die ihr Können kaum zeigen kann.

Ärgerlich sind die allzu einseitige Darstellung von Homosexuellen und die wenig schmeichelhaften Auftritte und Witze auf Kosten von Hawaiianern. Auch der zunächst erfrischende Humor büßt nach und nach seine Wirkkraft ein. Ein Großteil der immer wieder auch recht vulgären Gags kommt kaum über das Niveau Pubertierender hinaus. Als Gesamtpaket aber funktioniert diese, mit romantischen Einsprengseln garnierte Komödie recht ordentlich, was nicht zuletzt an der unerwartet vielseitigen Leistung Anistons liegt. (APA/dpa)

www.meine-erfundene-frau.de

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