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Mehrheit in Österreich für Wiederansiedlung des Luchses

Die Rückkehr von Luchsen nach Österreich wird laut Umfrage begrüßt.
Die Rückkehr von Luchsen nach Österreich wird laut Umfrage begrüßt. ©APA/dpa/Patrick Pleul
Eine Wiederansiedlung der aktuell gefährdeten Luchse in Österreich wird laut market-Umfrage von einer Mehrheit der Menschen in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark begrüßt. Aktuell gibt es nur noch 40 Tiere in Österreich.

83 Prozent der Befragten sehen den Luchs in Österreich positiv, 75 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die seltene Katzenart wichtiger Bestandteil des Ökosystems ist, so die Umweltschutzorganisation WWF.

WWF setzt sich für Überleben des Luchses in Österreich ein

"Die allermeisten Befragten verbinden mit dem Luchs Sympathie, Respekt und Faszination", wurde WWF-Biologin und Projektleiterin Magdalena Erich in einer Aussendung am Freitag zitiert. "Deshalb sprechen sich auch 82 Prozent für eine Wiederansiedlung von Luchsen in Österreich aus." Drei Viertel der Befragten würden zudem in einer Gegend mit Luchsvorkommen öfter spazieren gehen.

Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage mit 940 Teilnehmenden (Schwankungsbreite +/- 3,26 Prozentpunkte), die von der Umweltschutzorganisation im Rahmen des Projekts "Aktionsplan Luchs in Österreich" in Auftrag gegeben wurde. In dem Projekt engagieren sich WWF, Naturschutzbund Österreich sowie die Österreichischen Bundesforste und die Stadt Wien gemeinsam mit weiteren Partner-Institutionen dafür, das Überleben des Luchses in Österreich langfristig zu sichern. Bei der Umsetzung sollen alle relevanten Interessengruppen von Anfang an eingebunden werden.

Luchs besonders in Oberösterreich stark bedroht

Die einst ausgerottete Spezies wird seit den 1970er-Jahren wiederangesiedelt, berichtete der WWF im Juni. Aktuell gibt es lediglich drei kleine Luchsvorkommen in Österreich mit stark zerstückelten Verbreitungsgebieten. Im Norden des Landes hat Österreich Anteil an der grenzüberschreitenden böhmisch-bayerisch-österreichischen Population. 20 bis 25 Luchse - zumeist Grenzgänger - konnten im Wald- und Mühlviertel nachgewiesen werden. Die Region um den oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen beherbergt eine stark bedrohte Population von derzeit nur fünf Tieren.

Laut dem Online-Portal des Österreichzentrums "Bär, Wolf, Luchs" erbeuten Luchse Rehe oder Gämsen am liebsten, auch Hasen taugen als Ernährung, was sich in der Körpergröße der Beutegreife widerspiegeln würde. Der Menüplan der Wildkatzen reicht von der Maus bis hin zu einem Elchkalb, aber kleine Huftiere, die etwas mehr wiegen als der rund 20 Kilogramm schwere Luchs selbst, werden bevorzugt. Gemeinsam mit Bär und Wolf wird der Luchs von der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der EU als "prioritäre Art" eingestuft.

(APA/Red)

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