Mehrere Tote bei Selbstmordanschlag in Nordnigeria

Beim Selbstmordanschlag im Nordosten Nigerias sind am Sonntag offenbar mehrere Menschen getötet worden. Ein Augenzeuge des Attentats auf einem Markt für Handys und Elektrotechnik in der Stadt Azare sagte, er habe mindestens acht Tote und zahlreiche Verletzte gesehen. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Er trägt aber die Handschrift der islamistischen Gruppe Boko Haram.


Zeugen berichteten, die Selbstmordattentäterin sei in Begleitung zweier Männer auf den Markt gekommen. Sie habe den unter ihrem Kleid versteckten Sprengsatz gezündet und sich selbst in die Luft gejagt. Die beiden Männer hätten versucht zu flüchten, seien aber eingeholt worden. Der eine wurde demnach von der aufgebrachten Menge gelyncht, der andere der Polizei übergeben.

Marktstände gingen durch die Wucht der Explosion in Flammen auf. Feuerwehrleute versuchten, den Brand zu löschen. Polizei und Armee riegelten das Gebiet ab. Es war der dritte Anschlag in Azare im Bundesstaat Bauchi innerhalb weniger Wochen. In der zurückliegenden Woche waren bei einem Bombenanschlag in Azare zehn Menschen getötet worden, die vor einem Bankomat Schlange standen.

Die bewaffneten Islamisten sind derzeit im Nordosten des Landes auf dem Vormarsch. Am Donnerstag eroberten sie unter anderem die Stadt Chibok im Bundesstaat Borno, in der sie im April rund 280 Schülerinnen entführt hatten. Die Armee eroberte die Stadt am Samstagabend nach eigenen Angaben mithilfe einer örtlichen Miliz zurück. In den vergangenen Monaten hatte Boko Haram – sinngemäß übersetzt “Westliche Bildung ist Sünde” – bereits zahlreiche Dörfer und Städte in den Bundesstaaten Adamawa, Yobe und Borno eingenommen. Von den verschleppten Mädchen und jungen Frauen werden bis heute 219 vermisst.

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