Mehrere Tote bei NATO-Einsatz in Südafghanistan

NATO-Truppen haben nach eigenen Angaben im Süden Afghanistans einen Taliban-Kommandanten getötet. Bewohner der Gegend außerhalb von Kandahar erklärten dagegen, bei dem Militäreinsatz seien acht Zivilpersonen ums Leben gekommen. Das afghanische Parlament bestätigte unterdessen fünf Kabinettsmitglieder, unter anderen den neuen Innenminister.

Die Soldaten der internationalen Schutztruppe sowie der afghanischen Streitkräfte gerieten nach Angaben der NATO bei einer Durchsuchungsaktion in der Nacht auf Montag unter Beschuss. Sie hätten das Feuer erwidert und mehrere bewaffnete Männer getötet, darunter den Taliban-Kommandanten Shyster Uhstad Khan, hieß es weiter.

Dagegen sagte Polizeisprecher Mohammad Shah Farooqi, es gebe keine einschlägigen Informationen über die Getöteten. Er nehme daher an, dass es sich um Unschuldige handle. Ein Verwandter der Opfer sagte gegenüber Medien, die Soldaten hätten zwei seiner Brüder und seinen Vater erschossen. “Wenn sie Taliban waren, müssen sie uns das beweisen. Wenn nicht, sollten sie dafür bestraft werden”, sagte der Mann namens Mohmodullah.

Im Norden Afghanistans wurden vier norwegische Soldaten getötet. Sie fielen einer Sprengfalle zum Opfer, die am Straßenrand versteckt war, wie die norwegischen Streitkräfte in der Nacht auf Montag mitteilten. Es ist der höchste Verlust für die norwegischen Truppen in Afghanistan seit Beginn des Krieges. Das skandinavische Land hat rund 500 Soldaten in Afghanistan stationiert.

Die afghanische Regierung nimmt unterdessen weiter Gestalt an. Das Parlament segnete am Montag die Ernennung von Innenminister Bismullah Mohammadi sowie die des Handels-, des Flüchtlings-, des Arbeitsministers und des Ministers für Grenz- und Stammesangelegenheiten ab. Damit sind nun insgesamt 18 der 25 Kabinettsposten besetzt.

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