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Mehr Urlaub: Nach 25 Jahren nächster Schritt?

Erst seit 1986 kommen Österreichs Arbeitnehmer in den Genuss von fünf Wochen Urlaub. Zum halbrunden Jubiläum präsentiert die Gewerkschaft eine neue Untersuchung und fordert eine Diskussion über eine neuerliche Verlängerung.
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Seit 1910 gibt es überhaupt erst einen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Von da an bis 1946 konnten sich Arbeiter und Angestellte aber lediglich eine Woche freinehmen. Nach dem Krieg ist der Urlaub jeweils in Wochenschritten ausgeweitet worden: zuerst auf zwei Wochen, dann auf drei (1964), schließlich auf vier (1977). Seit 1986 gibt es einen gesetzlichen Mindestanspruch auf fünf Wochen bezahlten Jahresurlaub. Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) hat anlässlich des Jubiläums eine Studie beim Meinungsforschungsinstitut IFES in Auftrag gegeben. Untersucht wurden die Urlaubsgewohnheiten der österreichischen Angestellten: „Im Durchschnitt haben die Beschäftigten 26 Urlaubstage, wobei qualifizierte Arbeitskräfte um 1,5 Tage mehr Urlaub haben als unqualifizierte“, erklärt GPA-Regionalgeschäftsführerin Barbara Teiber.

GPA-djp fordert die sechste Woche

Rund die Hälfte aller Befragten gab an, den gesamten Urlaub innerhalb eines Jahres zu konsumieren, die andere Hälfte nimmt Urlaubszeiten ins darauffolgende Jahr mit. Alsproblematisch sieht die Gewerkschaft vor allem zwei Punkte aus der Studie: „Erstens: Der Hauptgrund für nicht konsumierten Urlaub liegt schlicht darin, dass eine berufliche Vertretung fehlt. Zweitens: Rund ein Drittel aller Angestellten mussten schon einmal während ihres Urlaubs Arbeiten für die Firma verrichten“, erklärt Teiber. Ihre Aktionswoche vom 6. bis zum 10. Juni will die GPA-djp daher nutzen, um in Wiener Betrieben rechtzeitig vor dem Sommer über die Rechte im Zusammenhang mit den Urlaubsansprüchen aufzuklären. „Viele Arbeitnehmer kennen ihre rechtlichen Ansprüche nicht im Detail. Unser Urlaubsfolder in Fächerform gibt über knifflige Rechtsfragen Auskunft.“ Verbunden ist die Aktionswoche auch mit politischen Forderungen. So will die Gewerkschaft eine neuerliche Diskussion über eine Ausweitung des Urlaubsanspruchs anstoßen.

„Ein größeres jährliches Urlaubsvolumen für eine größere Gruppe wäre wichtig, um frühzeitige Arbeitsunfähigkeit und Burnout zu reduzieren. Gesundheit, höhere Arbeitszufriedenheit und dadurch gesteigerte Leistungsfähigkeit gleichen auch die höheren Kosten für Unternehmer aus“, so Teiber. Konkret will die GPA-djp einen Rechtsanspruch auf eine sechste Urlaubswoche ab 20-jähriger Betriebszugehörigkeit (bisher gilt das erst ab 25 Jahren) und einen gesetzlichen Urlaubsanspruch für freie Dienstnehmer.

Infos zum Thema Urlaub: www.gpa-djp.at oder telefonisch unter 05 0301-301.

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