Mehr Sicherheit für Radfahrer

Nach den drei Unfällen mit Todesfolge in den letzten Wochen setzten sich Experten und Politiker an einen Tisch. Die unterschiedlichen Ansätze bleiben.

Tod auf zwei Rädern. „Jeder verletzte oder gar getötete Fahrradfahrer ist einer zuviel!”, resümiert Bezirksvorsteher Gerhard Kubik.
Angesichts der Häufung tragischer Unfälle fand nun ein Sicherheitsgipfel statt.

Kubik: „Alle drei tödlichen Fahrradunfälle der vergangenen Wochen wurden analysiert. Dabei wurde festgestellt: durch mehr Aufmerksamkeit und durch eine bessere Ausrüstung der beteiligten LKW hätten die Unfälle verhindert werden können.” Einig waren sich alle Teilnehmer, dass Lastkraftwagen mit Zusatzspiegel für die toten Winkel und mit seitlichem Unterfahrschutz ausgerüstet werden müssen.

Kubik: „Das sind allerdings Forderungen, die EU-weit umgesetzt werden müssen, da am Nordwestbahnhof Lkw-Züge aus ganz Europa verkehren.” Bauliche Mängel der Radwege seien nicht Schuld.
Das sehen die Grünen anders: Sie verlangen, dass es in der Leopoldstadt in Zukunft keine Gehsteig- und Zweirichtungsradwege mehr geben darf – mit Ausnahme der mehrspurigen Einbahn am Donaukanal. Die meisten Unfallhäufungspunkte befinden sich auf solchen Radwegen.

„Mittelfristig müssen diese gefährlichen Radverkehrsanlagen durch Fahrbahnlösungen ersetzt werden”, fordert Bezirksvorsteher- Stellvertreter Adi Hasch. Für den gefährlichen Radweg in der Taborstraße, auf dem vor drei Wochen ein 74-jähriger Radfahrer gestorben ist, gebe es noch immer keine Lösung. „Die Ankündigung einer Ortsverhandlung ist schön und gut, aber noch lange keinen Garantie für eine Sanierung des Radwegs.”

Auch für VP-Bezirksparteiobmann Norbert Walter ist klar, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sich die fatalen Fehler in Sachen Verkehrsplanung in der Leopoldstadt rächen: „Wir haben mehrmals darauf hingewiesen, dass man sich intensiver mit dem Problem auseinandersetzen muss, gerade bei gemischten Rad- und Fußwegen. Dass nun drei Todesopfer notwendig waren, um das Thema aufzugreifen, ist tragisch”, sagt Walter, der den Sicherheitsgipfel begrüßt. Aber: „Ein Radgipfel macht Radfahren in Wien noch lange nicht sicher”, so VP- Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl.

Gefährliche LKW-Ausfahrt in Leopoldstadt

 

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