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Mehr Privatjets: So umgehen Superreiche die Corona-Beschränkungen

Wie Reiche die Corona-Beschränkungen umgehen.
Wie Reiche die Corona-Beschränkungen umgehen. ©APA
Corona hat auch in Russland den Flugverkehr im Grunde zum Stillstand gebracht, die Ausreise ist bis auf unbestimmte Zeit nur mehr eingeschränkt und in bestimmten Ausnahmefällen möglich. Superreiche haben jedoch scheinbar einen Weg gefunden, die Beschränkungen zu umgehen.
Instagram: Reisen im Privatjet - oder doch nicht?

Die Superreichen Russlands haben eine elegante Möglichkeit entdeckt, die Corona-Reisebeschränkungen zu umgehen, um ihre Zweiwohnsitze in London, Zypern, Monaco oder Nizza zu erreichen: Privatjets.

Ende März war der gesamte zivile Flugbetrieb von und nach Russland eingestellt worden, alle entsprechenden Linien-, aber Charterflüge wurden zeitweise ausgesetzt. Die Fluglinien des Landes durften seitdem nur noch ins Ausland fliegen, um russische Bürger nach Hause zu bringen oder nach einer Sondergenehmigung der Regierung. Die Beschränkungen werden nur langsam gelockert, der Flugverkehr bleibt weiter stark reduziert.

Deshalb zeigt sich in Russland nun eine sprunghafte Nachfrage nach Privatjets, mit denen die Superreichen den Corona-Reisebeschränkungen entgehen wollen. Zwischen April und Juni hoben am Moskauer Flughafen doppelt so viele private Flieger ab als sonst.

Kirill Slyshenkov, Geschäftsführer des Unternehmens Citicopter, das Hubschrauber vermietet, verweist darauf, dass sich deswegen auch das Klientel stark verändert habe: Statt reicher Geschäftsleute und Firmenchefs kommen nun auch viele Topmanager. Und bei der Moskauer Privatjet-Vermietung LTC kann man eine gestiegene Nachfrage verzeichnen, der Geschäftsführer Lev Shalayev erklärt: "Wegen des unterbrochenen und reduzierten Flugverkehrs, wie auch hier in Russland, gibt es jetzt eine Menge Kunden, die diese Dienstleistung noch nie zuvor in Anspruch genommen haben." Somit würden jetzt viele Business-Class-Kunden von Linienfluggesellschaften die Dienste des Privatjet-Unternehmens in Anspruch nehmen.

Strenge Ausreisebeschränkungen

Russen, die die Umschränkungen umgehen möchten, müssen bei den Luftfahrtbehörden jedoch trotzdem nachweisen können, dass ihr Flug aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen erforderlich ist. Denn die Ausreise aus Russland ist nach wie vor bis auf unbestimmte Zeit nur eingeschränkt und in bestimmten Ausnahmefällen möglich. Zu den Ausnahmen zählen seit Juni das Studium, die Erwerbstätigkeit, die medizinische Behandlung und das Kümmern um kranke nahe Verwandte im Ausland.

Aeroflot, die größte russische Fluggesellschaft mit Sitz in Moskau und Drehkreuz auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo, soll Berichten zufolge ab 01.08. zumindest teilweise den Flugbetrieb in andere europäische Länder wieder aufnehmen. Zuvor gab es bereits Gerüchte, dass die Fluglinie heimlich Fluggäste in angeblichen Frachtflügen ins Ausland gebracht hätte – trotz Verbot.

(VOL.AT)

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