Mehr Nachmittagsbetreuung für die Jüngsten

Symbolfoto &copy bilderbox
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Am 5. September startet das neue Schuljahr - die Stadt Wien forciert die Nachmittagsbetreuung- Forderung nach 600 zusätzlichen Lehrerdienstposten.

Für 200.000 Kinder in Wien, darunter 16.000 Taferlklassler, beginnt am 5. September das neue Schuljahr. Bildungsstadträtin Grete Laska (S) und Stadtschulrat-Präsidentin Susanne Brandsteidl (S) präsentierten daher am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Häupl (S) schulische Neuerungen. Im Mittelpunkt stehen die Nachmittagsbetreuung und die Mehrsprachigkeit.


„Die Ganztagsschule ist bei uns ’State of the Art’“, gab sich Brandsteidl stolz: „Kein einziger Vater, keine einzige Mutter muss in Wien zu Hause bleiben, um das Mittagessen zuzubereiten.“ Es existiere ein flächendeckendes Netz aus 46 Volksschulen, 33 Hauptschulen und elf Sonderschulen mit ganztägiger Betreuung. Zusätzlich gebe es 451 städtische und private Horte sowie 18 Lern- und Freizeitklubs. Im Bezirk St.-Pölten-Land werde dagegen Ganztagesbetreuung nur in einer einzigen Schulklasse angeboten, so Brandsteidl zur Situation im Wiener Umland.


Laska übte in diesem Zusammenhang Kritik am Bildungsministerium, das in diesem Bereich nur neue Unterrichtsformen fördere. Wien würde aber gerne auch die bestehenden Formen ausbauen, so die Stadträtin.


Auch für den Mangel an Lehrerdienstposten im sonderpädagogischen Bereich machte Laska den Bund verantwortlich. Rund 600 zusätzliche Lehrer würde man brauchen, weil es laut Ministeriums-Maßzahl Förderunterricht nur für 2,7 Prozent der Kinder geben dürfe, der reale Bedarf aber bei 4,7 Prozent liege.


Ein Einspringen Wiens schloss Laska aus: „Wien kann ebenso wie andere Bundesländer nicht zusätzliche Lehrer anstellen, die im System fehlen.“ Ihr Argument: Es sei Aufgabe des Bundes, in allen Bundesländern eine idente Bildungsqualität sicherzustellen. Häupl pflichtete ihr bei: Wenn Wien alle seit dem Jahr 2000 erfolgten Kürzungen des Bunds ausgleichen würde, müsste die Stadt pro Jahr zusätzlich 800 Mio. Euro aufbringen, und das bei einem Ausgabenrahmen von jährlich rund 10 Mrd. Euro. „Das haben wir nicht“, so der Bürgermeister knapp.

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