Mehr Lohn für die Hausbesorger

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Die Hausbetreuer erhalten mit 1. Jänner 2007 höhere Mindestlöhne. Je nach Lohngruppe und Tätigkeit pendeln die neuen Bruttostundensätze zwischen 7,59 und 11,28 Euro.

Für die „klassischen“ Hausbesorger wurden am Mittwoch Verhandlungen geführt, um die Stundensätze für nicht vertraglich festgelegte Arbeiten um bis zu 2,9 Prozent nach oben zu setzen.

Die „klassische“ Hausmeister-Gilde kämpft unterdessen weiter ums Überleben, denn immer mehr private Reinigungsfirmen übernehmen die traditionellen Hausmeisterjobs. Zum Berufsstand der Hausbesorger gehören nach Angaben vom Vorsitzenden der Sektion Miet- und Wohnhausbetreuung Karl Frint gerade mal noch knapp 16.000 in Wien. Österreichweit sind es etwa 25.000. Für sie gelten immer noch die alten Dienstverhältnisse von vor dem Jahr 2000. Wobei rund 81 Prozent der Hausbesorger im Bereich der Wiener Wohnhäuser Frauen sind, davon 50 Prozent Alleinerzieherinnen.

Der Niedergang des Traditionsgewerbes der Hausbesorger, die 24 Stunden für Hausangelegenheiten zur Verfügung stehen, hat mit der ersatzlosen Streichung des Hausmeistergesetzes im Jahr 2000 eine rapide Beschleunigung erlebt. Die Abschaffung wurde unter der damaligen schwarz-blauen Regierung beschlossen. Innerhalb von mittlerweile knapp sechs Jahren habe sich die Zahl der Hausbesorger um rund 36 Prozent verringert, heißt es von Seiten der Gewerkschaft. Grund sei, dass seit 1. Juli 2000 nur mehr Dienstverhältnisse für „neue“ Hausmeister Gültigkeit haben und die alten Verträge langsam auslaufen.

Für die so genannten „neuen“ Hausbesorger, sprich Hausbetreuer, bedeutete dies den gesetzlichen Wegfall von Dienstwohnungen, was die Dienstleistungen um ein Drittel verbilligt hat. Wie viele Hausbetreuer es in ganz Österreich gibt, darüber existieren keine Zahlen, so Frint. Für sie gelten die arbeitsrechtlichen Bestimmungen von normalen Dienstnehmern, während die Hausbesorger neben der Dienstwohnung im Haus je nach der zu betreuenden Quadratmeterfläche inklusive Gesteigfläche entlohnt werden.

Die Gewerkschaften kritisieren, dass neben der 24-stündigen Betreuung von Häusern und ihrer Bewohner durch den traditionellen „Concierge“ auch wichtige soziale Funktionen wegfallen, die weit über das Auswechseln kaputter Glühbirnen hinaus gehen.

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