Mehr Licht im MAK

&copy MAK Wien
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„Dieses 1871 eröffnete Ringstraßengebäude von (Heinrich von, Anm.) Ferstel wird jetzt mit viel Licht und Energie durchflutet“, meinte Peter Noever, Direktor des Museum für Angewandte Kunst (MAK) bei der heutigen Pressekonferenz zur Ausstellung „Mehr Licht“.

Zu sehen sind Lichtskulpturen der Florentiner „Targetti Light Art Collection“, die von Künstlern aus zehn Nationen gestaltet wurden (24. November bis 16. Jänner). Im Rahmen des Eröffnungsabends wird heute, 23. 11. um 21.30 Uhr, als „Highlight“ die permanente Lichtinstallation „MAKLite“ von James Turell vom Künstler persönlich hochgefahren, die künftig das MAK bei Nacht von innen her illuminieren wird.

Licht für die nächsten 1.000 Jahre

„Und zwar die nächsten 100 oder 1.000 Jahre“, so Noever. „Turrells Installation ist keine Discobeleuchtung, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Architektur“. Im Gegensatz zur herkömmlichen Fassadenbeleuchtung werde das Gebäude nicht mit Scheinwerfern geflutet, sondern „leuchtet von innen nach außen, wie die Arterie des Haues“, so Noever begeistert. Derart würden die Reibungspunkte des MAK in seiner Positionierung zwischen Institution und Experiment zur Geltung gebracht. Turrell artikuliere „im Sinne einer modernen Ikonographie sowohl die Aufgabe des MAK als Kunstinstitution, als auch seine Architektur als historistischer Ringstraßenbau im Stil der florentinischen Renaissance“, ergänzte Noever.

Sechs Jahre lang habe Turrell an dem Konzept gearbeitet, das erst jetzt realisiert werden konnte. Die Technologie entwickelte die Targetti Gruppe mit Sitz in Florenz, eines der international führenden Unternehmen für architektonische Innen- und Außenbeleuchtung. Zu Targettis Renommierprojekten zählen u. a. die Beleuchtung der Kirche Notre Dame in Paris, der Piazza San Marco in Venedig oder des Picadilly Circus in London. Dazu gehören auch viele Kunstwerke wie „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo das Vinci in Mailand, und „David“ von Michelangelo in Florenz.

Targetti: “Etwas Bleibendes hinterlassen”

„Ich frage mich immer, wären Michelangelo oder Caravaggio glücklich mit unserer Arbeit? Wir wissen es nicht, denn sie können sich nicht beklagen. Aber James Turrell kann es“, meinte lachend Paolo Targetti bei der Pressekonferenz. Für Targetti sei es jedenfalls wichtig, in Kunst zu investieren: „Wir müssen etwas Bleibendes hinterlassen für das kulturelle Erbe von morgen. Das haben schon die reichen Florentiner Mäzene der Renaissance so gemacht“. Seit 1988 werden junge Künstler von der Firma Targetti eingeladen, Lichtskulpturen für die Targetti Light Art Collection zu entwerfen, in denen Licht sowohl Thema als auch Medium ist.

Olafur Eliasson etwa abstrahiert den Nachthimmel. Seine Arbeit lässt ein Nachglühen der Anordnung der Lampen auf der Netzhaut entstehen. Kristin Jones und Andrew Ginzel thematisieren den Lauf der Zeit und die Idee der Ewigkeit. Anne und Patrick Poirier widmen ihre Arbeit den Opfern der Massenmorde von Kambodscha, und Gilberto Zorio lässt „schwarzes Licht“ sich langsam sternförmig ausbreiten, bis es von weißem Licht wieder neutralisiert wird.

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