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MedUni Wien startet europaweite Studie mit suchtkranken Frauen

Drogenspritzen sind laut MedUni Wien die Hauptüberträger von Hepatitis C
Drogenspritzen sind laut MedUni Wien die Hauptüberträger von Hepatitis C ©Bilderbox
Die Sucht ist längst nicht mehr nur ein Männerproblem. Daher hat die MedUni Wien mit dem Projekt REDUCE eine Studie ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, die Infektionen von suchtabhängigen Frauen mit Hepatitis C in Österreich und in der EU zu senken.

Psychologie spielt als Maßnahme in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Alleine in Österreich ist rund ein Prozent der Bevölkerung – also etwa 80.000 Menschen – von der folgenschweren Infektionskrankheit Hepatitis C betroffen. Ein besonders hohes Erkrankungsrisiko haben intravenös – also mit einer Spritze Substanzen konsumierende – Suchtabhängige: In Österreich sind bis zu 73 Prozent dieser Personengruppe von Hepatitis C betroffen, darunter besonders häufig auch Frauen.

Drogenspritzen sind Infektionsherd Nummer eins

Als eine wichtige Gegenmaßnahme finanziert die EU nun in fünf europäischen Ländern mit REDUCE ein langfristiges Projekt, um die Verbreitung von Hepatitis C bei Frauen mit Substanzmissbrauch zu reduzieren. Neben Spanien, Schottland, Polen und Italien konnte sich auch die Medizinische Universität Wien die Förderung der EU sichern. Dazu Gabriele Fischer, Suchtexpertin der MedUni Wien und Leiterin der Drogenambulanz an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie: “In industrialisierten Ländern wie Österreich stellt der gemeinsame Gebrauch von Spritzenbesteck beim intravenösen Substanzkonsum einen Hauptübertragungsweg von Hepatitis C dar. Gerade deshalb ist dieses Projekt und seine Förderung durch die EU so wichtig.”

Zwei Jahre, 400 Frauen

Insgesamt werden an REDUCE 400 Frauen teilnehmen, die illegale Substanzen wie Kokain, Amphetamine und Heroin missbrauchen. Jeweils 80 dieser Frauen, mit und ohne Hepatitis CInfektion, stammen aus den fünf an der 24 Monate dauernden Studie teilnehmenden Ländern. Teilnahmevoraussetzung ist der Wunsch der Betroffenen, ihre Substanzabhängigkeit behandeln zu lassen.

MedUni Wien will Risikoverhalten minimieren

Wissenschaftlich untersucht werden die aufgrund der gesetzten Maßnahmen erreichten Wissens- und Verhaltensänderungen bei den teilnehmenden Suchtkranken. Dazu werden vor und nach der Behandlung eigens entwickelte qualitative und quantitative Interviews durchgeführt und miteinander verglichen. Im Fokus dieses Vergleichs der MedUni Wien stehen die Messung von Risikoverhaltensweisen für eine Hepatitis C-Infektion und das Wissen hinsichtlich der Übertragbarkeit von Hepatitis C.

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