Medizin-Uni Wien fordert Zugangsregelung

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„Wenn auch nur die Hälfte der rund 20.000 in Deutschland durch den Numerus Clausus abgewiesenen potenziellen Medizinstudenten nach Österreich kommen wollte, würde sich die Zahl der Studienanfänger allein an der Medizinischen Universität Wien (MUW) von derzeit 1.500 auf 6.500 mehr als vervierfachen“.

So warnte MUW-Vizerektor für Lehrer, Rudolf Mallinger, am Donnerstag in einer Aussendung. Ein regulärer Studienbetrieb im ersten Studienabschnitt bei freiem Hochschulzugang für alle Studienanwärter aus dem EU-Raum sei nicht mehr durchführbar.

Pro Studienplatz mehr als 100 Anwärter

Auf 600 mögliche Studienplätze im zweiten Studienabschnitt des Wiener Medizincurriculums würden dann pro Studienplatz mehr als 100 Anwärter kommen, führt Mallinger die Berechnung weiter. Österreichische Studienanfänger wären dann gegenüber den aus Deutschland hinzukommenden deutlich in der Minderheit.

Die Lösung dieser Problematik kann für Mallinger nur in einer neuen und studienspezifische Zugangsregelung am oder vor Studienbeginn sein. Einen Numerus Clausus nach deutschem Vorbild lehnt er aber ab. Anzustreben wäre ein „Selektionsmechanismus, der medizinrelevante Auswahlkriterien berücksichtigt“.

Fachspezifische Eignungstests möglich

Der MUW-Vizerektor verweist auf eine aktuelle Evaluierungsstudie zum ersten Studienabschnitt des neuen Medizinstudiums an seiner Uni, wonach Lehrende und selbst Studierende „mehrheitlich eine Vorverlegung einer notwendigen Zugangsregulierung befürworten“. Für die MUW wären auch Modelle sinnvoll und denkbar, die eine derartige Entscheidung – ähnlich den Zugangsregelungen in Griechenland – in Form von fachspezifischen Eignungstests vor das Studium verlegen.

Primär gefordert ist nach Ansicht Mallingers der Gesetzgeber, der nach Vorliegen des EuGH-Urteils geeignete gesetzliche Maßnahmen ergreifen müsse. Der Vizerektor macht auch darauf aufmerksam, dass ein professionelles Zulassungsverfahren mit Eignungstests zusätzliche Ressourcen erfordere.

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