Medizin-Aufnahmetest: Geringe Frauen-Erfolgsquote

Ösaterreich - Ein ähnliches Bild wie im Vorjahr liefern die Ergebnisse des Anfang Juli in Wien und Innsbruck abgehaltenen Eignungstests für das Medizin-Studium (EMS).

Erneut hat die Quotenregelung die österreichischen Bewerber gerettet, die beim Test wieder schlechter als die deutschen Kandidaten abgeschnitten haben. Und wieder haben sich deutlich mehr Frauen beworben, als dann tatsächlich aufgenommen wurden.

Im Gegensatz zum Vorjahr haben die Medizin-Unis heuer nicht berechnet, wie viele der zur Verfügung stehenden Studienplätze allein auf Grund des Testergebnisses auf Österreicher entfallen wären (2006 wären es nur 46 Prozent gewesen). Dennoch habe die Quotenregelung (wonach an den Medizin-Unis 75 Prozent der Anfänger-Studienplätze für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert sind, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger) wieder die Österreicher „gerettet“, wie MUW-Vizerektor für Lehre Rudolf Mallinger im Gespräch mit der APA erklärte.

Dies nicht nur allein auf Grund der Teilnehmerzahlen beim Test mit einem zum Teil deutlich über der Quote liegenden Anteil an Deutschen unter den Kandidaten. Auch bei den Ergebnissen haben die Deutschen besser abgeschnitten als die Österreicher: Während die österreichischen Bewerber einen mittleren Testwert von 98,6 Punkten erzielten, erreichten die Deutschen im Mittel einen Wert von 103,1 Punkten.

Kleines Trostpflaster: Das beste Testergebnis lieferte eine Wienerin, sechs der zehn besten Testteilnehmer stammen aus Österreich, vier aus EU-Ländern.

„Signifikant schlechter“ ist – wie schon im Vorjahr – das Ergebnis der weiblichen Test-Teilnehmer im Vergleich zu jenem der Männer. Das wirkt sich in einer dramatischen Verschiebung des Geschlechter- Verhältnisses aus: In Wien waren 56,6 Prozent der zum EMS Angetretenen Frauen, einen Studienplatz ergatterten allerdings nur 41,5 Prozent. Nicht ganz so schlimm ist es in Innsbruck: dort waren 56,7 Prozent der Kandidaten, die den Test absolvierten, Frauen, 48,8 Prozent erhalten einen Studienplatz.


In Innsbruck 30 Prozent EU-Bürger

Die Quote wird – nach einer Gesetzesänderung im Vorjahr – nicht jeweils für Wien und Innsbruck extra, sondern für beide Unis zusammen berechnet. Dadurch kommt es nach dem Ranking der Testergebnisse und der Berücksichtigung des Wunschstudienortes an den beiden Standorten zu unterschiedlichen Nationen-Anteilen: an der Medizin-Uni Wien sind 82,3 Prozent der Studienanfänger Österreicher, 14,9 Prozent EU-Bürger (der Großteil davon Deutsche) und 2,8 Prozent Nicht-EU-Bürger. In Innsbruck, wo sich deutlich mehr Deutsche angemeldet hatten, liegt der Anteil der Österreicher bei 61,5 Prozent, jener der EU-Bürger bei 29,5 Prozent, neun Prozent sind Nicht-EU-Bürger.

Durch die heuer flexiblere Regelung für den Quotentausch zwischen Wien und Innsbruck können gegenüber dem Vorjahr wesentlich mehr Studienwerber an ihrer angegebenen Wunsch-Uni studieren. Nur 60 Personen müssen auf Grund der für Innsbruck und Wien gemeinsamen Rangreihung der Testergebnisse an der jeweils anderen Uni studieren, da ihr Testergebnis nur dort noch für einen Studienplatz ausgereicht hat.

Für jene, die einen Studienplatz ergattert haben, erfolgt die Zulassung in Wien ab 13. August, in Innsbruck erhalten die Studenten mit der Benachrichtigung über das Testergebnis auch ein Datum für die Zulassung. Jene, die nicht zu den besten gehört haben, erhalten in der Benachrichtigung auch Angaben darüber, wie viele Personen im Testergebnis vor ihnen auf den Studienplatz verzichten müssten, um dennoch einen Platz zu ergattern.

An der Med-Uni Graz, wo man nicht den EMS verwendet, sonder auf einen Wissenstest über naturwissenschaftliche Grundlagenfächer setzt, gibt es bisher nur die provisorischen Ergebnisse. Demnach sind 639 Kandidaten zum Test angetreten, darunter 517 aus Österreich (80,9 Prozent) und 91 aus Deutschland (14,2 Prozent). Noch keine Angaben gibt es in Graz über die Erfolgsquote der Frauen, von den 639 Bewerbern waren 58,4 Prozent weiblich. Das endgültige Grazer Ergebnis soll nach Ende der Einspruchsfrist am 17 August feststehen.

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