Mächtigster Kokainhändler der Welt zu 30 Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in São Paulo hat den Kolumbianer Juan Carlos Ramírez Abadía am Dienstag der Geldwäsche, Bandenbildung und Bestechung für schuldig befunden. Er soll 300 Menschen auf dem Gewissen haben.

Der kolumbianische Drogenboss soll unter anderem die Ermordung mehrerer Konkurrenten in Auftrag gegeben und in Kolumbien und den USA mehr als 300 Menschenleben auf dem Gewissen haben. Deshalb wurde er auch von der US-Antidrogenbehörde DEA gesucht. Sein Vermögen schätzt die US-Behörde auf 1,8 Milliarden Dollar (1,15 Milliarden Euro). Für Hinweise, die zu seiner Verhaftung führten, hatte die DEA fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

Abadía war im vergangenen August in einer Luxuswohnung in São Paulo gefasst worden. Zuvor hatte er sich den amtlichen Erkenntnissen zufolge bereits drei Jahre lang in Brasilien aufgehalten und sich 78 Gesichtsoperationen unterzogen, um unerkannt zu bleiben.

Nach Erkenntnissen der US-Polizei war Abadía seit 1986 als Drogenhändler tätig. In den 90er Jahren soll seine Organisation über Mexiko Dutzende Tonnen Kokain in die USA gebracht haben. In Kolumbien wurde er zweimal verhaftet. Zwischen 1996 und 2000 saß er in seinem Heimatland hinter Gittern.

Mitte März hatte das Oberste Gericht in Brasilien (STF) entschieden, dass Abadía an die USA ausgeliefert werden soll. Washington hatte im vergangenen Oktober einen Auslieferungsantrag gestellt. Richter Fausto de Sanctis, der den Kolumbianer jetzt verurteilte, sprach sich allerdings gegen die Auslieferung aus. Abadía solle für seine Verbrechen in Brasilien zahlen, forderte er.

Das letzte Wort in Bezug auf die Auslieferung hat nun gemäß brasilianischer Verfassung Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva. Die USA müssten sich vor der Auslieferung nach dem Urteil des STF jedoch dazu verpflichten, dass Abadía schlimmstenfalls zu der in Brasilien geltenden Höchststrafe von 30 Jahren Freiheitsentzug verurteilt werde.

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