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"Max"-Reporter lösten Sprengstoff-Alarm aus

Zwei Reporter der Zeitschrift „Max“ haben am Freitag im Berliner Reichstagsgebäude Sprengstoffalarm ausgelöst. Sie recherchierten zum Thema Sicherheit in öffentlichen Gebäuden.

Nach Angaben des Bundestages wurden sie von der Polizei festgenommen, weil sie mit Chemikalien in dem Gebäude hantiert hatten. „Max“-Chefredakteur Hajo Schumacher sagte Reuters am Samstag, die beiden Journalisten hätten nach dem Anschlag im tunesischen Djerba mit 21 Toten zum Thema Sicherheit in öffentlichen Gebäuden in Berlin recherchiert.

Ein Sprecher der Bundestagsverwaltung sagte, die beiden Männer hätten sich im Bundestags-Restaurant auffällig verhalten. Sie seien schließlich von der Bundestags-Polizei in einer Toilette aufgegriffen worden, wo sie mit Schwefel, Aktivkohle und Salz hantiert hätten. Schumacher sagte, zu keinem Zeitpunkt habe Gefahr für die Besucher oder die Reporter bestanden. Die Recherchen der Zeitschrift hätten erhebliche Sicherheitsmängel in der Hauptstadt zu Tage gefördert. Der stellvertretende Bundestagspräsident Rudolf Seiters (CDU) kritisierte „Max“ scharf.
Der Sprecher der Bundestagsverwaltung sagte, die beiden Reporter seien vermutlich über einen Besuchereingang in das Gebäude gekommen. Nachdem die Polizei ihre Personalien aufgenommen habe, seien die beiden 38 und 43 Jahre alten Männer wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Polizei durchsuchte das Gebäude anschließend mehrere Stunden lang mit Spürhunden auf Sprengstoff. Die Reichstagskuppel und die Dachterrasse wurden am Samstag für den Publikumsverkehr wieder freigegeben.

„Max“-Chefredakteur Schumacher sagte, die Reporter hätten sich vier Stunden lang in dem Gebäude aufgehalten und bewusst auffällig verhalten. Es habe sich um eine Recherche im Zusammenhang mit einer Geschichte über die Sicherheit in öffentlichen Gebäuden in Berlin gehandelt. Einer der beiden sei fest angestellter Autor der Zeitschrift, der andere ein Fotograf.

Schumacher sagte, die beiden hätten mehrere Kilogramm Chemikalien bei sich gehabt, die man in jeder Apotheke erwerben könne. Mit Blick auf das Attentat von Djerba sagte er: „Es war erschreckend, wie einfach es ist, mit einfachsten Mitteln derartige Dinge anzurichten.“ Bei der Explosion eines mit Gas beladenen Lastwagens vor der Synagoge von Djerba im April waren auch 14 deutsche Touristen ums Leben gekommen.

Seiters warf der Zeitschrift makabren Sensationsjournalismus vor. Die Aktion habe nur den Sinn, die Auflage des Blattes zu steigern, sagte er der „Bild am Sonntag“. Jetzt ermittele die Staatsanwaltschaft, am Mittwoch werde sich das Präsidium des Bundestages mit dem Vorfall befassen. Seit der Renovierung des Reichstages und dem Einzug des Bundestages 1999 haben nach Angaben der Bundestagsverwaltung rund 6,5 Millionen Menschen das Gebäude besucht. Seine Glas-Kuppel gilt mittlerweile als ein Wahrzeichen Berlins.

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