Maturareise in Kroatien: 40 Leute wandten sich an X-Jam-Beschwerdestelle

Die X-Jam-Maturareise hat Folgen.
Die X-Jam-Maturareise hat Folgen. ©REUTERS/Antonio Bronic (Symbolbild)
Zu Vorwürfen ist es rund um eine X-Jam-Maturareise in Kroatien gekommen. Im Rahmen der Reise soll es seitens Security-Mitarbeitern sexuelle Übergriffe, Belästigungen sowie rassistische Beleidigungen gegeben haben. 40 Maturantinnen und Maturanten haben sich an eine Beschwerdestelle gewandt, die der Organisator ins Leben gerufen hatte.

In einigen Fällen gebe es "konkrete Anschuldigungen" gegen Security-Mitarbeiter, teilte Mittwochmittag der Veranstalter X-Jam auf APA-Anfrage mit.

X-Jam: "Wir nehmen alle Vorwürfe ernst"

Die Betroffenen sollen nun Gelegenheit bekommen, die Verdächtigen zu identifizieren, um ihre allfällige strafrechtliche Verfolgung möglich zu machen. Die Kontaktaufnahmen und Terminvereinbarungen seien im Gange, stellte X-Jam klar. Derzeit seien dem Unternehmen vier Security-Mitarbeiter bekannt, denen vorgeworfen wird, sie hätten "sich ungebührlich verhalten, beleidigende Aussagen getätigt oder überschießende Reaktionen gesetzt".

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, werde man die ehemaligen Securities - die Beschäftigungsverhältnisse wurden mittlerweile aufgelöst - anzeigen. "Wir nehmen alle Vorwürfe ernst", bekräftigte X-Jam.

Kroatische Polizei nahm jungen Mann vorübergehend fest

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft Graz gegen einen 19-jährigen Steirer, der am 7. Juli auf der X-Jam eine junge Oberösterreicherin in einem Hotelzimmer vergewaltigt haben soll. Das bestätigte Christian Kroschl, der Sprecher der Grazer Anklagebehörde, der APA.

"Wir wissen noch relativ wenig", meinte Kroschl zum aktuellen Ermittlungsstand. Die Betroffene sei nach ihrer Heimkehr aus Kroatien in Begleitung ihrer Mutter auf eine oberösterreichische Polizeiinspektion gegangen und habe noch ein Mal Anzeige erstattet. "Wir haben das steirische Landeskriminalamt mit Erhebungen beauftragt", sagte Kroschl. Überdies warte man auf Übermittlung der Unterlagen der kroatischen Polizei, die den 19-Jährigen am 7. Juli vorübergehend festgenommen hatte.

19-Jähriger auf freiem Fuß

Der junge, im Bezirk Deutschlandsberg wohnhafte Steirer - er wird in strafrechtlicher Hinsicht der vollendeten Vergewaltigung verdächtigt - bleibt vorerst auf freiem Fuß. Es sei noch zu früh, um beurteilen zu können, ob U-Haft beantragt wird, erläuterte Kroschl. Die genauen Tatumstände müssten geklärt werden. Eine weitere Befragung des 19-Jährigen als Beschuldigter, der bisher nur von der kroatischen Polizei vernommen wurde, dürfte ebenfalls bevorstehen.

Junger Mann wurde in Kroatien U-Richter vorgeführt

Der Bursch verantwortet sich Informationen der APA zufolge mit einvernehmlichem Sex. Das Mädchen behauptet demgegenüber, es habe zunächst zwar Kontakt gegeben, sie habe sich dann aber widersetzt, als es intimer wurde, und ihm zu verstehen gegeben, dass sie keinen Sex wolle. Er habe trotzdem nicht von ihr abgelassen.

Der 19-Jährige war am 7. Juli von der kroatischen Polizei festgenommen worden. Am 8. Juli wurde er in Istrien einem U-Richter vorgeführt, der die Enthaftung des Verdächtigen anordnete. Zugleich wurde das Ermittlungsverfahren an Österreich abgetreten. Der 19-Jährige kehrte in seine Heimat zurück.

(APA/Red)

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