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Master Of The Universe - Trailer und Kritik zum Film

Er verschob Milliarden per Mausklick und fühlte sich wie der "Master of the Universe": Ex-Investmentbanker Rainer Voss.

Der Top-Banker gibt in Marc Bauders Dokumentarfilm (ab 13.12. im Kino) einen gut verständlichen Einblick in den Finanzdschungel. Beim Festival in Locarno wurde das von eindrucksvollen Bildern unterlegte Interview als bester Beitrag der Sektion “Woche der Kritik” ausgezeichnet.

Master Of The Universe: Die Geschichte

Der ehemalige Top-Broker erklärt im Frankfurter Bankenviertel, wie Finanzhaie mit einem Monatsverdienst von 100.000 Euro beruflich und privat ticken, und wundert sich über die staatlichen Rettungsaktionen von Banken. Voss beschreibt, warum Privatanleger an der Börse letztlich immer verlieren, und welche Nachteile Kommunen bei der Geldbeschaffung haben.

In klaren Sätzen erläutert der frühere Top-Banker in der mit österreichischen Geldern koproduzierten Doku, wie sich immer kompliziertere Finanzprodukte entwickelt haben, und dass die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie von vier Jahren auf zwei Sekunden gesunken ist. Die Funktion von Bad Banks erklärt er lässig am Beispiel vergammelter Äpfel.

Voss, der in den 1980er Jahren zum Top-Banker aufgestiegen und mit Anfang 50 von seinem Arbeitgeber in den Ruhestand geschickt wurde, beschreibt die Anfänge als “eine gigantische Sandkiste, in der wir mit Förmchen gespielt haben”. Nach den Privatisierungswellen von US-Präsident Reagan und der britischen Premierministerin Thatcher habe die Zulassung der Auslandsbanken den Anfang gemacht.

Master Of The Universe: Die Kritik

Der Finanzmarktkenner schildert den Druck auf die Investmentbanker, jedes Jahr zehn Prozent mehr machen zu müssen. Diese ständige Rendite-Erwartung verschiebe das Geschäft irgendwann “in Richtung Illegalität”. Und er spricht von dem “gigantischen Gewinnpotenzial, das darin steckt, dass Leute Interesse haben, dass der Euro zerbricht”.

Ungewöhnliche und vieldeutige Bilder aus dem Frankfurter Bankenviertel ziehen den Zuschauer in das spannende und kurzweilige Lehrstück. Voss ist meist in einem schon seit Jahren leer stehenden Bankgebäude zu sehen – die Frankfurter Bürotürme direkt vor sich. Trotz des lockeren Plaudertons bleibt der Zuschauer mit einem Gefühl der Beklemmung zurück. Denn der Fachmann sieht auf die Niederlande eine Krise der Staatshaushalte zukommen und ist überzeugt, dass nach Spanien und Italien Frankreich dran ist. “Dann ist es aus und vorbei.”

(APA)

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