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Massenflucht aus Burma nach China

Nach dem Wiederaufflammen eines Minderheitenkonflikts im Norden von Burma sind nach Medienberichten etwa zehntausend Menschen über die Grenze nach China geflüchtet. Es seien mittlerweile sieben Auffanglager errichtet worden, hieß es am Freitag auf einer Nachrichtenseite der Provinz Yunnan, die an Burma grenzt. Die Regierung in Peking verstärkte die Sicherheitsvorkehrungen entlang der Grenze.

Die burmesische Militärjunta hatte Anfang August Truppen in die Nordprovinz Kokang geschickt, um vor der angekündigten Wahl im kommenden Jahr ihre Kontrolle sicherzustellen und den Widerstand einer örtlichen Miliz zu ersticken. In Kokang leben auch viele Chinesen, die grenzüberschreitenden Handel betreiben.

Das burmesische Regime unterdrückt die nicht-burmesischen Völker innerhalb der Landesgrenzen, von denen die Karen, Shan, Kachin, Chin und Mon die größten sind. Es gibt auch eine starke chinesische Minorität. Bis zu 100.000 Chin sind nach Indien geflohen, 450.000 – hauptsächlich Karen, Mon, Kayah und Shan – nach Thailand. Zehntausende Muslime (Rohingya) flüchteten in den 1990er-Jahren nach Bangladesch.

Die burmesische Armee hatte im Vorjahr eine brutale Offensive gegen die Karen-Minderheit gestartet und eine Massenflucht von mehrheitlich christlichen Karen (Karenni) aus dem Gebiet um die neu errichtete Hauptstadt Naypyidaw im Landesinneren ausgelöst. In den vergangenen Jahren hatte die Junta bereits mehr als 200.000 Karen-Volksangehörige innerhalb des Landes zwangsumgesiedelt und etwa 100.000 über die Grenze auf thailändisches Gebiet getrieben. Das thailändische Militär brachte einen Teil der Flüchtlinge gewaltsam zurück.

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