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Massenfestnahmen in Bagdad nach Anschlag

Nach einem weiteren Anschlag, bei dem ein US-Soldat getötet und ein weiterer schwer verletzt worden ist, haben die amerikanischen Truppen 397 Menschen festgenommen.

Wie das US-Oberkommando am Mittwoch mitteilte, waren die Truppen an einer Abgabestelle für illegale Waffen beschossen worden. US-Soldaten suchten weiter nach Anhängern des entmachteten Präsidenten Saddam Hussein und Mitgliedern paramilitärischer Gruppen. Der scheidende UNO-Chefwaffeninspektor Hans Blix hat sich angesichts der Erfahrungen im Irak-Konflikt für weitere unabhängige Inspektionen der Vereinten Nationen ausgesprochen.

Die US-Streitkräfte im Irak haben den Parlamentspräsidenten des entmachteten Regimes, Saadun Hammadi, festgenommen. Die Festnahme erfolgte bereits Ende Mai, wie am Dienstag ein Vertrauter des irakischen Politikers mitteilte. Demnach war Hammadi, der unter verschiedenen Ämtern auch jenes des Außenministers bekleidet hatte, vor seiner Festnahme von irakischen Polizisten informiert worden, dass er verhört werden sollte. Hammadi war ein Führungsmitglied der Baath-Partei Saddam Husseins.

Neben Hammadi gerieten zwei weitere gesuchte Mitglieder des inneren Machtzirkels in US-Gefangenschaft. Latif Nusayif el Jassim el Dulaimi, ehemaliges Mitglied des Revolutionären Kommandorates und stellvertretender Sekretär der Militärführung der Baath-Partei, und Brigadegeneral Hussein el Awadi standen auf der Fahndungsliste der 55 meist gesuchten irakischen Persönlichkeiten, wie das US-Zentralkommando erklärte. Inzwischen befindet sich rund die Hälfte dieser zur Fahndung ausgeschriebenen Personen in US-Gewahrsam, unter ihnen auch der ehemalige Vizepremier Tarek Aziz. Die ranghöchste bisher von der US-Armee festgenommene Persönlichkeit des alten Regimes ist der ehemalige Vizepräsident Taha Mohieddin Marouf.

Wenn im Irak in absehbarer Zeit keine verbotenen Waffen gefunden werden, sollten die USA nach Ansicht des scheidenden UNO-Chefinspektors Hans Blix nach Fehlern ihrer Geheimdienste forschen. „Sie müssten dann analysieren, was sie möglicherweise zu falschen Schlussfolgerungen geführt hatte“, sagte Blix der Deutschen Presse-Agentur. In einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ vom Mittwoch warf Blix „Teilen des Pentagon“ vor, eine „Verleumdungskampagne“ gegen ihn geführt zu haben. „Ich habe meine Feinde in Washington. Sie sind Schurken, die hässliche Dinge an die Medien streuen“, sagte Blix dem Blatt. Er habe sich zeitweise als Opfer einer „gezielten Verleumdungskampagne“ gefühlt. Besonders zum Ende der Inspektionen im Irak habe die Regierung in Washington versucht, das UNO-Team zu einer „schärferen Sprache“ in ihren Berichten zu drängen. Zur Frage der bisher nicht auffindbaren Massenvernichtungswaffen sagte Blix, er hoffe, „dass in der Zukunft keine Kriege oder Präventivaktionen auf der Basis fehlerhafter Unterlagen begonnen werden“.

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