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Masern-Epidemie: Staatsanwaltschaft ermittelt, Behörden schnürten Maßnahmenpaket

Salzburg - Nach dem Ausbruch von Masern in Salzburg und Oberösterreich hat nun die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Unbekannt eingeleitet. Nun soll der Impfstatus aller Schüler und Kindergartenkinder im Land erhoben werden. Die Nachfrage nach dem Impfstoff ist parallel dazu laut Apothekerkammer stark gestiegen.

Laut Michael Haybäck vom Amt für öffentliche Ordnung sind bereits drei weitere Schulen und das Juridicum von der Masern-Epidemie betroffen.

Reaktion auf die Masern-Epidemie in Salzburg bieten die Apotheken den Impfstoff ab kommendem Samstag österreichweit billiger an. Die Vazkine kostet nach Angaben der Österreichischen Apothekerkammer 24 Euro statt 29,90 Euro. Die Aktion gelte bis 30. April, sagte Jutta Pint, Sprecherin der Apothekerkammer, am Donnerstag.

Um die Epidemie einzudämmen, haben die Salzburger Gesundheits- und Schulbehörden ein Maßnahmenpaket beschlossen. Diese sieht unter anderem vor, den Impfstatus aller Schüler und Kindergartenkinder im Land zu erheben. Zugleich soll auch der Impfstatus des Lehr- und sonstigen Personals erhoben werden. Allen Personen, bei denen kein Schutz vor einer Masern-Erkrankung besteht, wird dringend eine Impfung angeraten. Zuständig für die Erhebung sind die Schul- bzw. Betriebsärzte. Grundsätzlich wird an die Stadtbevölkerung der dringende Appell gerichtet, ihren Impfstatus – insbesondere bei Personen unter 40 Jahren und Kindern – zu überprüfen, um eine Weiterverbreitung der Epidemie zu vermeiden.

Die Masern-Epidemie hat ja möglicherweise in der mittlerweile gesperrten Waldorfschule in Mayerwies ihren Ausgang genommen. Aufschlüsse sollen nun Ermittlungen der Polizei bringen. Das Landeskriminalamt versuche nun den Ausgangspunkt der Epidemie herauszufinden und festzustellen, ob jemand “zu spät, falsch oder gar nicht reagiert hat”, wie der stellvertretende STA-Sprecher Marcus Neher am Donnerstag sagte. Der Strafrahmen für “fahrlässige Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten” beträgt ein Jahr Gefängnis oder 360 Tagessätze. Masern sind erst seit 2001 anzeigepflichtig, sie fallen unter das Epidemiegesetz.

Die fünf Patienten im Alter von 16 bis 30 Jahren, welche die Masern so schwer erwischt haben, dass sie ins Krankenhaus mussten, befinden sich auf dem Weg der Besserung. Ein Betroffener konnte das LKH Salzburg bereits verlassen.

Im Salzburger Gesundheitsamt, wo unter der Nummer 0662/8042/2288 eine Hotline eingerichtet wurde, liefen am Donnerstag die Telefone heiß. Die meisten Anrufer erkundigten sich nach Modalitäten und Kosten einer Impfung. Die Appelle von Experten und Gesundheitspolitiker, sich gegen Masern impfen zu lassen, trafen offenbar auf offenen Ohren: Nach Angaben der Österreichischen Apothekerkammer gibt es eine verstärkte Nachfrage nach Vakzinen, vor allem in Salzburg und Oberösterreich sowie im Großraum Wien. Von Samstag bis Ende des Monats bieten die Apotheken den Masern-Impfstoff österreichweit um 24 statt 29,90 Euro an.

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