Mars Austria: Werk in Breitenbrunn vor der Schließung

110 Beschäftigte wären von der Schließung betroffen.
110 Beschäftigte wären von der Schließung betroffen. ©pixabay.com (Sujet)
Die Schokoladenfabrik von Mars Austria in Breitenbrunn soll geschlossen werden. 110 Beschäftigte wären betroffen.

Mars Austria beabsichtigt, die Schokoladenfabrik in Breitenbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) zu schließen. Die Rollwaffel-Produktion soll bis Ende 2020 schrittweise eingestellt werden. Eine endgültige Entscheidung über eine Schließung werde aber erst nach Abschluss des Konsultationsprozesses mit dem Betriebsrat erfolgen, hieß es am Montag in einer Aussendung. 110 Beschäftigte wären betroffen.

Mars Austria: Werk leide unter zu geringer Auslastung

Am Montag sei den Mitarbeitern ein Plan zur Schließung des Werks präsentiert worden, teilte das Unternehmen mit. Grund für die beabsichtigte Schließung sei die international sinkende Nachfrage nach Rollwaffel-Produkten. Das Werk leide unter einer zu geringen Auslastung. Auch durch Produktinnovationen und Bemühungen, die Effizienz und das Volumen der Fabrik zu steigern, habe man diesen negativen Trend nicht stoppen können.

In den nächsten Wochen soll laut Unternehmensangaben nach Einbindung aller Betroffenen eine Entscheidung über die Zukunft der Fabrik gefällt werden. Die beiden anderen österreichischen Standorte von Mars Austria in Wien und Bruck an der Leitha seien nicht betroffen.

Land Burgenland setzt auf Gespräche

Das Land Burgenland will nach Bekanntwerden der möglichen Schließung der Schokoladenfabrik von Mars Austria in Breitenbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) das Gespräch mit den Unternehmensverantwortlichen suchen. "Mögliche Hilfestellungen, die eine Schließung verhindern würden", sollen ausgelotet werden, sagte Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) am Montag in einer Aussendung.

Auch Arbeitsmarktlandesrat Christian Illedits (SPÖ) betonte, den Unternehmensverantwortlichen unterstützend zur Seite stehen zu wollen. "Gemeinsam müssen wir alles in unserer Macht stehende für die Aufrechterhaltung des Firmenstandortes tun", sagte er. Die 110 Mitarbeiter hätten zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, jetzt müssten "alle Anstrengungen unternommen werden, um ihnen zu helfen", so Illedits.

Die Unterstützung der Beschäftigten stehe nun im Vordergrund. "Sobald die Kündigungen offiziell eingemeldet werden, wollen wir konkrete Lösungen für die Betroffenen parat haben, hoffen aber, dass es nicht soweit kommt", sagte Illedits.

Der Betriebsrat von Mars Austria berät unterdessen über seine weitere Vorgehensweise. Man habe die Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen, werde aber in den kommenden Tagen mit Experten der Gewerkschaft Gespräche führen, sagte Wilhelm Weigl, Arbeiterbetriebsratsvorsitzender von Mars Austria in Breitenbrunn, in einer Aussendung.

Unternehmen will Abfindungspaket ausarbeiten

Mars Austria will im Falle einer Schließung der Schokoladenfabrik in Breitenbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ein Abfindungspaket für alle betroffenen Mitarbeiter ausarbeiten. Außerdem soll ein Outplacement-Service angeboten werden, das ihnen helfen soll, "eine Beschäftigung außerhalb von Mars zu finden", sagte Sprecherin Franziska Zehetmayr auf APA-Anfrage.

Dieses Service solle die Mitarbeiter dabei unterstützen, "die vorhandenen Möglichkeiten optimal zu nutzen", so Zehetmayr. Auch etwaige freie Stellen in den Mars-Niederlassungen in Wien und Bruck an der Leitha würden den Betroffenen angeboten werden. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Werks solle so rasch wie möglich erfolgen. "Natürlich möchten wir die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht im Unklaren lassen", sagte Zehetmayr.

Die burgenländische ÖVP sprach unterdessen von einem "Schock für die ganze Region". Es brauche nun einen umfassenden Sozialplan für alle Beschäftigten, betonte Landesparteiobmann Thomas Steiner in einer Aussendung. Die ÖVP fordert außerdem die Einrichtung einer Arbeitsstiftung. Die Politik müsse nun "alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Mitarbeiter zu unterstützen und dazu beizutragen, diesen rasch wieder die Chance auf Beschäftigung zu eröffnen", sagte Steiner.

(APA/Red)

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