Mariupol: Ukraine plant "Operation" zu Evakuierung aus Asowstal-Stahlwerk

Im Bild zu sehen: Andrij Jermak. Das ukrainische Präsidialamt, das er leitet, teilte mit, dass eine "Operation geplant" ist.
Im Bild zu sehen: Andrij Jermak. Das ukrainische Präsidialamt, das er leitet, teilte mit, dass eine "Operation geplant" ist. ©Ukrainian Presidential Press Office via AP (Symbolbild)
"Heute ist eine Operation geplant, um die Zivilisten aus dem Werk zu bekommen", so das ukrainische Präsidialamt mit Blick auf das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol.
LIVE-Blog am Freitag

Die Ukraine hofft auf eine baldige Rettung von Zivilsten aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol. "Heute ist eine Operation geplant, um die Zivilisten aus dem Werk zu bekommen", erklärt das Präsidialamt in Kiew. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bemüht sich derzeit um die Evakuierung der Menschen aus dem von russischen Truppen eingeschlossenen Werksgelände.

Grenze zwischen Russland und Ukraine

An der Grenze zwischen der Ukraine und Russland wurde nach russischen Angaben ein Grenzübergang von ukrainischer Seite aus angegriffen. "Gegen 8:00 Uhr (7:00 Uhr MESZ) wurde in der Ortschaft Krupez der Grenzübergang mit Granatwerfern beschossen", teilte der Gouverneur der westrussischen Region Kursk, Roman Starowoit, am Freitag in seinem Telegram-Kanal mit. Demnach gab es weder Schäden noch Verletzte. Die russischen Grenztruppen hätten das Feuer erwidert und den Beschuss damit gestoppt.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar werden inzwischen auch Ziele in Russland nahe der Grenze beschossen. Anfang April hatte Russland nach einem Brand in einem Öllager in der russischen Stadt Belgorod die Ukraine dafür verantwortlich gemacht. Nach russischer Darstellung feuerten zwei ukrainische Hubschrauber Raketen auf die Anlage ab. Die Ukraine wies das zurück.

Ukraine: Russische Streitkräfte stellte Attacken ein

Die russischen Streitkräfte stellten nach ukrainischen Angaben ihre Bodenangriffe im Osten der Ukraine in der Nacht auf Freitag vorläufig ein. "In Richtung Isjum hat (der Feind) keine aktiven Angriffshandlungen durchgeführt", teilte der ukrainische Generalstab am Vormittag in seinem Lagebericht mit. Die russischen Kräfte beschränkten ihre Aktivitäten demnach auf Aufklärung und Artilleriebeschuss. Die Gegend um Isjum im Gebiet Charkiw war in den vergangenen Tagen die Hauptstoßrichtung der russischen Truppen. Durch den Vorstoß nach Süden sollten die ukrainischen Kräfte im Donbassgebiet eingekesselt werden.

Hilfsorganisation: Helfer in Ukraine gefangen genommen

Die russischen Streitkräfte nahmen nach Angaben einer britischen Hilfsorganisation zwei ihrer freiwilligen Helfer in der Ukraine gefangen. Die Organisation Presidium Network teilte mit, die beiden Briten seien am Montag an einem Kontrollposten südlich von Saporischschja festgenommen worden. Laut der Organisation verteilten die beiden Männer, beides Zivilisten, im Rahmen eines humanitären Hilfsprojektes in der Ukraine Lebensmittel und Medikamente und halfen bei Evakuierungen.

Das britische Außenministerium gab zunächst keine Stellungnahme ab. "Das Außenministerium tut alles in seiner Macht stehende um die beiden Personen zu unterstützen und zu ermitteln", sagte die britische Handelsministerin Anne-Marie Trevelyan Sky News.

Russland bestätigte Attacken auf Kiew

Einen Tag nach dem Besuch von UNO-Generalsekretär Guterres in Kiew bestätigte Russlands Militär Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, sagte am Freitag in Moskau, Hochpräzisionsraketen mit großer Reichweite hätten Fabrikgebäude des ukrainischen Raketenherstellers "Artem" getroffen. Den genauen Zeitpunkt der russischen Angriffe nannte er nicht.

Ukrainischen Angaben zufolge ereigneten sich die Angriffe am Donnerstagabend, als Guterres noch in der Stadt war. Dabei sei auch ein Wohnhaus getroffen worden. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Freitag, dass aus den Trümmern eine Leiche geborgen worden sei. Zudem seien zehn Menschen verletzt worden. Guterres sagte dem britischen Sender BBC: "Ich war geschockt zu hören, dass in der Stadt, in der ich mich aufhalte, zwei Raketen explodiert sind."

Insgesamt zerstörten die russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte nach Angaben aus Moskau innerhalb von 24 Stunden 112 Objekte der ukrainischen Armee, darunter vier Waffen- und Raketenlager im Gebiet von Mykolajiw. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

(APA/Red)

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