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Mann wollte Ex-Freundin "nur das Gesicht zerschneiden"

Nur um Haaresbreite hat Zehrina Z. eine Messerattacke ihres ehemaligen Freundes überlebt.

Rasend vor Eifersucht dürfte Dzelal B. die junge Frau in der Nacht auf den 11. November 2006 vor ihrem Stammlokal in Wien-Josefstadt abgepasst und wild auf sie eingestochen haben. Das Opfer erlitt mehrere Wunden im Gesicht und einen tiefen Bauchstich. „Ich wollte sie nicht umbringen, ich wollte ihr nur das Gesicht zerschneiden, damit sie kein anderer Mann mehr will“, verantwortete sich B. heute, Dienstag, bei seinem Prozess am Wiener Landesgericht (Vorsitz: Richter Georg Olschak).

In der rund 15-monatigen Beziehung der beiden war es immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Auf Grund seiner ausgeprägten Eifersucht hatte der Angeklagte der Staatsanwaltschaft zufolge mehrmals seine Lebensgefährtin bedroht und tätlich angegriffen. „Er hat sowohl mich als auch mein Kind geschlagen“, sagte Zehrina Z. Im Sommer 2006 beendete sie schließlich die Beziehung.

B. terrorisierte seine ehemalige Freundin weiterhin mit Anrufen. Nach der Drohung „Wenn Du mich verlässt, werde ich Dich erschießen“ bekam sie es endgültig mit der Angst zu tun und erstattete Anzeige der Polizei. Im Oktober wurde B. schließlich wegen Nötigung zu zwei Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt. Der Angeklagte wollte von den Problemen nichts wissen. „Wir haben uns geliebt, zwischen uns war alles in Ordnung. Ihre Familie hat aber ihre Probleme auf uns abgewälzt“, meinte B. Dass er seine ehemalige Lebensgefährtin geschlagen hat, bestritt er nicht: „Aber nur leicht.“ Dem Kind habe er nie etwas angetan.

In der Nacht auf den 11. November spitzte sich die Situation zu. B. wollte erfahren haben, dass ein neuer Mann in das Leben seiner ehemaligen Freundin getreten ist. Er fuhr zu dem Lokal und wollte B. zur Rede stellen. Als er sie nicht antraf, dürften bei dem Mann die Sicherungen durchgebrannt sein. „Ich fuhr nach Hause und holte ein Küchenmesser. Aber das kleinste“, sagte Z. vor Gericht. Dann legte er sich vor dem Lokal auf die Lauer.

Als B. schließlich gemeinsam mit ihren Schwestern vor dem Lokal aus einem Taxi stieg, ging Z. sofort auf sie los. Mit den Worten „Ich schneide Dir den Kopf ab“ stach der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft auf sein Opfer ein und versetzte ihr neben Schnitten ins Gesicht auch einen beinahe tödlichen Stich in den Bauch. Dann schnitt er sich selbst die Pulsadern auf. Dank des raschen Eingreifens von Passanten und der schnellen Versorgung im nahe gelegenen AKH wurden beide Leben gerettet.

B. bekannte sich vor Gericht „teilweise schuldig“. Er bestritt nicht, seine ehemalige Lebensgefährtin mit einem Messer attackiert zu haben, eine Tötungsabsicht habe er aber nicht gehabt. „Ich habe sie geliebt“, meinte B. Ein Urteil wurde für den Nachmittag erwartet.

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