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Mann verkaufte eine halbe Million Euro Falschgeld: Festnahme

Der mutmaßliche Geldfälscher wurde festgenommen.
Der mutmaßliche Geldfälscher wurde festgenommen. ©APA/Barbara Gindl
In Leoben wurde ein Falschgeldproduzent festgenommen. Er soll mindestens eine halbe Million Euro im Darknet verkauft haben.

Die Festnahme eines Falschgeldproduzenten in Leoben in zahlreichen Ländern Europas Ermittlungen ausgelöst. Der in der obersteirischen Stadt ausgeforschte 33-Jährige soll Fälschungen im Nennwert von mindestens einer halben Million Euro über das Darknet verkauft haben. Das gab das Bundeskriminalamt (BK) am Freitag bekannt.

Die Festnahme erfolgte den Angaben zufolge bereits im Juni. Zugleich wurden in Leoben eine Produktionsstätte sowie Banknoten-Imitationen im Nennwert von rund 83.000 sichergestellt. Der 33-Jährige habe gestanden, sagte BK-Sprecher Vincenz Kriegs-Au. In den vergangenen Tagen wurden in rund einem Dutzend Ländern Wohnobjekte von Abnehmern durchsucht.

Fälschung seit Anfang 2017 verkauft

Dem 33-Jährigen wird angelastet, Fälschungen von 50-, 20- und 10-Euro-Noten hergestellt und seit Anfang 2017 über das Darknet vertrieben zu haben. Verschickt wurde es mit Paketdiensten. Über die Qualität der Fälschungen machte das Bundeskriminalamt keine Angaben.

Ermittler des BK und des Landeskriminalamtes Wien waren im Oktober 2017 auf mehreren illegalen Verkaufsplattformen im Darknet auf die Spur des Produzenten gekommen. Seine Identifizierung und die Ausforschung der Werkstätte nahm die Ermittlungsarbeit von mehreren Monaten in Anspruch. Der 33-Jährige sei weitgehend geständig, so das BK.

Sechs Durchsuchungen in Wien

Nachverfolgt wurden schließlich auch die Routen zu den Käufern des Falschgelds. Laut Vincenz Kriegs-Au wurden mehrere 100 Adressen identifiziert. Bei den Kunden des “Blüten”-Produzenten erfolgten – international abgestimmt, von Europol koordiniert – von 3. bis 6. Dezember Durchsuchungen von Häusern und Wohnungen.

20 dieser Durchsuchungen wurden in Österreich durchgeführt, und zwar am 5. Dezember: Je sechs in Wien und Niederösterreich, jeweils zwei in Kärnten und Vorarlberg, drei in der Steiermark und eine in der Oberösterreich, wie Kriegs-Au erläuterte. Sichergestellt wurden neben Falschgeld, Suchtmittel, Waffen und vor allen IT-Equipment. Eine Person wurde festgenommen, allerdings nicht in Zusammenhang mit Falschgeld, sondern wegen Drogenhandels.

Fast 300 Objekte in 13 Ländern

In Österreich und zwölf weiteren Staaten sind nach Angaben von Europol annähernd 300 Objekte durchsucht worden, 180 davon allein in Deutschland. 235 Verdächtige wurden ausgeforscht. Die Ermittler fanden 1.500 gefälschte Banknoten sowie Drogen und Waffen. In Frankreich, wo 28 Durchsuchungen durchgeführt wurde, flog außerdem eine Falschgeld-Druckerei auf, in Deutschland eine Cannabis-Plantage.

Der in Leoben festgenommene 33-Jährige hat nach Europol-Angaben mehr als 10.000 gefälschte Euro-Banknoten verschickt. Wil van Gemert, stellvertretender Europol-Direktor, machte darauf aufmerksam, dass weder Internet noch Darknet sichere Kanäle für dunkle Geschäfte sind. “Wenn Sie illegale Machenschaften online durchführen, sollten Sie darauf gefasst sein, dass früher oder später die Polizei an Ihre Tür klopft”, warnte van Gemert in einer Aussendung.

Der Prozess gegen den Leobener Falschgeld-Hersteller hat übrigens bereits begonnen. Die erste Verhandlung nach der Mitte Oktober erhobenen Anklage wegen Geldwäsche und -fälschung fand Anfang November statt. Dabei habe der Beschuldigte sein Geständnis teilweise widerrufen, sagte Andreas Riedler, Sprecher des Landesgerichts Leoben, zur APA. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Angeklagte, dem ein bis zehn Jahre Haft drohen, befindet sich derzeit auf freiem Fuß. Ihm wurde eine vorläufige Bewährungshilfe beigestellt.

(APA/Red)

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