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Mann der Widersprüche

Klaus Hämmerle schreibt über Edi Stöhr, den scheidenden Langzeittrainer von Austria Lustenau. Ein detaillierter Hintergrundbericht.

Aus und vorbei. Es gab Zeiten, da war Austria Lustenau ohne Edi Stöhr unvorstellbar. Doch jetzt verhält es sich umgekehrt. Die Austria und ihr Langzeittrainer müssen sich trennen. Warum müssen? Weil sich die Beziehung im verflixten siebenten Jahr befindet? Weil Edi Stöhr kein echter Austrianer mehr ist? Weil es untragbare Differenzen zwischen ihm, Mannschaft oder Präsident gibt? Nein. Edi Stöhr, Verfechter von Kontinuität und Stabilität, muss zur Kenntnis nehmen, dass es im Profifußball eben immer die ultimative Wertkategorie gibt – den Erfolg. Stöhr wollte heuer Meister werden. Das hat er gesagt, zu diesem Ziel stand er.

Nach Halbzeit der Saison ist der Meistertitel so weit entfernt, wie Lustenau von Australien. Trotzdem glaubte er, der Verein müsse seinen Vertrag schon im Winter verlängern. Der sonst so rational denkende und rhetorisch brillante “Fußballlehrer” verkannte die Realität gewaltig. Er ignorierte den Ärger von Zuschauern und Funktionären speziell über die gezeigten Leistungen der Herbst-Heimspiele. Seine Arbeit sei “über alle Zweifel erhaben”, sagte er einmal. Sie war es aus seiner Fußballlehrer-Sicht vielleicht.

Stöhr ist ein Garant für Ordnung, Stabilität, taktischer Disziplin. Eloquent kann er in einem Fachdialog praktisch jeden von seinen Vorstellungen überzeugen. Aber was Stöhr nicht kann, ist, eigene Fehler zuzugeben, Fußball auch als irrationale, emotionale Sache zu begreifen, wo nicht immer der Lehrer mit seinem Wissen recht hat. Auch deswegen wird eine letztlich tolle siebenjährige Partnerschaft zu Ende gehen.

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