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Manipulationsversuch blieben Einzelfälle

In der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkow (Kharkiv) im Osten des Landes sind befürchtete Massenkundgebungen bei der Wiederholung der Präsidenten-Stichwahl am Sonntag bisher ausgeblieben.

Am Vormittag von den unabhängigen Wahlbeobachtern festgestellte Versuche von Wahlmanipulation erwiesen sich als Einzelfälle. Laut Anatoliy Matvienko, dem Sprecher des Wahlkomitees von Oppositionsführer Viktor Juschtschenko, verlief der Urnengang „viel ruhiger und friedvoller“ als es noch bei der ersten Auflage der Stichwahl zwischen Juschtschenko und Premier Viktor Janukowitsch am 21. November der Fall gewesen sei.

Nachdem um 15:00 Uhr Ortszeit 53 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatte, konnten die Verantwortlichen in Charkow eine positive Zwischenbilanz ziehen: Man merke es den Leuten auf der Straße an, dass sie des Wählens im „dritten Anlauf“ müde seien, hieß es. Lediglich vereinzelt kam es zu Agitationsversuchen sowohl des Regierungslagers als auch von Seiten der Opposition.

Statt eines Gedränges in und um die Wahllokale stürmten die Menschen vornehmlich die Einkaufszentren. In der Ukraine sind die Geschäfte nämlich jeden Sonntag geöffnet. „Natürlich habe ich meine Stimme abgegeben, aber dieser Wahlgang hat mich zumindest eine Stunde gekostet. Fürchterlich!“, empört sich die 41-jährige Mariya Schistakowa. Die Fernmeldetechnikerin und Hausfrau bereitet sich schon auf die traditionelle Neujahrsparty mit 20 Gästen vor. In der Ukraine besitzen die Feiern zum Jahreswechsel einen ähnlich hohen Stellenwert wie Weihnachten in Österreich. Es wird ein Festmahl vorbereitet; am Gabentisch werden Geschenke platziert.

Auf dem Unabhängigkeitsplatz in Charkow sammelten sich am Sonntag die Leute. Doch anders als nach dem 2. Wahlgang nicht um zu demonstrieren, sondern um einzukaufen. Der Gouverneur des Oblast (Bezirk) Charkow hatte dort einen einen riesigen Jahrmarkt aufbauen lassen: Festtagsstimmung statt Kampfbereitschaft.

Nachdem unabhängigen Wahlbeobachtern in den ersten zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale Ungereimtheiten puncto Wahlbefugnis und Urnentauglichkeit vermeldet hatten, ist es jedoch nicht zu schwerwiegende Vorkommnisse kommen, wie Piotr Tyma vom Stab der polnischen Beobachter in Charkow gegenüber der APA erklärte. „Natürlich melden unsere Leute ständig Verstöße gegen das Wahlrecht, doch sind seit den Mittagsstunden schwere Verfehlungen ausgeblieben.“

Nach wie vor bereitet den Beobachtern die unkorrekte Verwaltung von Wählerlisten das meiste Kopfzerbrechen. „In einem Wahlkreis haben wir zum Beispiel zusätzlich 42 Namen zum offiziellen Register festgestellt“, so Tyma. Dabei dürfte es sich seiner Einschätzung nach eher um Schlampigkeit, denn um absichtliche Manipulation handeln. „Wir werden aber zumindest 75 Teams um 19:30 Uhr in die am verdächtigsten vorkommenden Wahllokale entsenden, um bei der Stimmauszählung dabei zu sein.“

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