Maikäfer sind wieder unterwegs

Maikäfer &copy APA
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Zu Zeiten Wilhelm Buschs konnte man sich mit Onkeln noch leicht üble Scherze erlauben: „Jeder weiß, was so ein Mai-Käfer für ein Vogel sei. In den Bäumen hin und her, fliegt und kriecht und krabbelt er“, heißt es in „Max und Moritz“.

Massenauftreten dieses Vertreters der Blatthornkäfer sind heutzutage selten geworden. Beginnend Ende der 60-er, Anfang der 70-er Jahre des vorigen Jahrhunderts ging die Flugstärke bis auf wenigen Ausnahmen überall stark zurück. Beobachtungen der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, zeigen aber, dass innerhalb der letzten zwei bis drei Maikäfer-Generationen gebietsweise wieder ein Anstieg der Flugstärke feststellbar ist, der auf einen beginnenden Populationsanstieg hinweisen könnte. Parallel dazu werden aus mehreren Bundesländern wieder stärkere Engerlingschäden gemeldet. Regelmäßig wiederkehrende starke Maikäferflüge werden aus Tirol (auch Osttirol), Kärnten (Drautal, Gailtal), Vorarlberg (Walgau), Salzburg (Flachgau) und Teile Oberösterreichs (Inntal, Täler der Alpenflüsse) gemeldet. Heuer ist z. B. in Teilen des Inntals, des Salzachtals und des Kremstals wieder ein „Maikäferjahr“, wie es alle drei bzw. vier Jahre wiederkehrt. Regelmäßiger Entwicklungszyklus

Auf Grund des Entwicklungszyklus der Maikäfer kann man recht gut vorhersagen, in welchen Regionen Österreichs mit einem Auftreten der Maikäfer zu rechnen ist. Denn je nach Höhenlage brauchen die drei hierzulande vorkommenden Maikäferarten drei bzw. vier Jahre, um sich vom Ei zum fertigen Käfer zu entwickeln. Die als Engerlinge bekannten Maikäferlarven entwickeln sich vollständig im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Die Entwicklung der Käfer läuft synchron ab. Das bedeutet, sämtliche Käfer einer Population werden im selben Jahr erwachsen. Großräumige Untersuchungen zu den Maikäferflügen wurden in Österreich bereits 1913 gestartet. Eine 1950 eingeführte Befragungsaktion über die Maikäferflüge wird heute noch immer verwendet und lässt direkte Vergleiche in einem über fünfzigjährigen Zeitraum zu. Mitte Mai wurden alljährlich Fragekarten an die meisten österreichischen Volksschulen versandt, worin die Intensität des Maikäferfluges nach der Einteilung „stark“, „schwach“, „vereinzelt“ oder „fehlend“ erfragt wird. Bei Aussendungen an etwa 3000 Volksschulen liegt die Rückmeldequote um durchschnittlich 60 Prozent. Die Befragungen werden seit 2005 elektronisch per Email durchgeführt. In Österreich kommen vor allem die dreijährigen Flugfolgen vor, in höher gelegenen Alpentäler auch die vierjährigen Flugfolgen. Es sind im Bundesgebiet alle sieben Flugfolgen vertreten. Problematische Bekämpfung

Die Bekämpfung der Maikäfer hat sich immer schon als schwierig gestaltet. Im Mittelalter wurden die Käfer sogar vor Gericht gestellt, das Einsammeln der erwachsenen Käfer war die längste Zeit die einzige Bekämpfungsmethode. Das Problem dabei: Die hauptsächlichen Schäden werden von den Engerlingen, also den Larven der Käfer, verursacht. Es gibt zwar chemische Mittel, um die Engerlinge zu bekämpfen, allerdings sind diese Mittel relativ umweltproblematisch. Besser geeignet ist ein Pilzpräparat: Dabei wird der in der Natur vorkommende, für die Larven des Maikäfers tödliche Pilz Beauveria brongniartii auf Getreidekörnern vermehrt. Die Körner werden in den Boden eingebracht, wo der Pilz wächst, schließlich auch in den Engerling eindringt und ihn zum Absterben bringt.

Zum Abschluss noch eine Anmerkung für Hobbygärtner: Auch in Komposthaufen findet man häufig Engerlinge. Dabei handelt es sich allerdings um die Larven von Rosenkäfern. Diese sind nicht schädlich, da sie sich nur von bereits zersetztem Pflanzenmaterial ernähren.

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