Madrid: Mehrere Verletzte bei Anschlag

Bei einer Explosion nahe des Kongresszentrums in der spanischen Hauptstadt Madrid sind am Mittwoch in der Früh mehrere Menschen leicht verletzt worden. Die Anschläge wurden von der ETA telefonisch angekündigt.

Bei der baskischen Tageszeitung „Gara“ sei um neun Uhr morgens ein anonymer Anruf im Namen der Untergrundorganisation ETA eingegangen, in dem der Anschlag angekündigt worden sei, teilte das spanische Innenministerium mit. Bei der Explosion seien zehn Menschen leicht verletzt worden, teilten Rettungskräfte mit.

„Es sieht so aus, als ob ein Auto explodiert wäre, auch wenn s noch nicht offiziell bestätigt wurde“, sagte ein Sprecher der Madrider Feuerwehr. Augenzeugen berichteten von einer Rauchsäule, die über dem Geländer zu sehen gewesen sei.

Nach Polizeiangaben ereignete sich die Explosion in der Nähe des Kongresszentrums in einem nördlichen Vorort von Madrid. In dem Zentrum wollte Spaniens König Juan Carlos am Nachmittag in Begleitung des mexikanischen Präsidenten Vicente Fox die internationale Kunstmesse ARCO eröffnen, die nach jener in Basel die zweitgrößte der Welt ist.

Die Tageszeitung „El Mundo“ (Internetausgabe) berichtete, dass das Auto in der Nähe einer Statue des Bourbonen-Königs Juan explodiert sei. An den nahe gelegenen Gebäuden der Unternehmen Bull und Steria habe es zahlreiche Schäden gegeben, die Explosionswelle habe viele Fensterscheiben eingedrückt.

Am 11. März vergangenen Jahres waren Bomben in mehreren Nahverkehrszügen in Madrid explodiert. 191 Menschen kamen bei den von islamischen Extremisten verübten Anschlägen ums Leben. Die damalige konservative spanische Regierung hatte zunächst die ETA für die Bombenserie verantwortlich gemacht, bei der drei Tage später stattfindenden Parlamentswahl wurde sie abgewählt, nachdem sie die Hinweise auf eine Täterschaft von Moslem-Extremisten verdichtet hatten.

Wenige Stunden vor der Explosion hatte die Polizei bei Razzien in mehreren Städten mehrere mutmaßliche Mitglieder der Untergrundorganisation ETA festgenommen. Die Verdächtigen sollen neue Mitglieder für die ETA angeworben, potenzielle Attentatsziele ausgekundschaftet und Terrorkommandos unterstützt haben, wie das Innenministerium in Madrid mitteilte. Die Festnahmen erfolgten in Pamplona, der Gegend um Bilbao und in Valencia. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

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