Machete

Blutvergießen und nackte Haut in Robert Rodriguez "Machete": Der Kultregisseur inszeniert Danny Trejo als blutrünstigen Killer in dem neuem Splatter-Spaß. Starbesetzung mit De Niro, Don Johnson, Jessica Alba - ab 17. Dezember im Kino.
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“Er soll der mexikanische Jean Claude van Damme werden”, sagte Robert Rodriguez 2007 über seinen Lieblingsschauspieler und Cousin zweiten Grades, Danny Trejo. Damals hatte der US-Regisseur mexikanischer Herkunft im Rahmen seines “Grindhouse”-Projekts mit Quentin Tarantino einen Fake-Trailer über den blutrünstigen und für Frauen unwiderstehlichen Machete gedreht, mit dem ewigen Nebendarsteller Trejo als Titelhelden. Drei Jahre hat es nun gedauert, bis es die Spielfilmversion auf die Leinwand geschafft hat. Unter der Co-Regie von Ethan Maniquis, der bei vielen Filmen von Rodriguez für den Schnitt verantwortlich zeichnete, hat sich eine Riege von Stars um Trejo versammelt: Robert De Niro, Steven Seagal und Don Johnson reihen sich hier neben Jessica Alba und Michelle Rodriguez ein.

Bereits in den ersten Minuten des Films dreht sich Machete einmal um sich selbst und köpft dabei fünf schwer bewaffnete Männer, nur um dann eine sich am Bett räkelnde, nackte Geisel zu retten. Der knallharte Polizist zieht sowohl schöne Frauen als auch Unheil durch mexikanische Drogenbosse förmlich an. Als letztere seine Familie töten, flüchtet er über die Grenze nach Texas, wo Einwanderer es aufgrund der knallharten Immigrationspolitik von Senator John McLaughlin (ein brillianter Robert De Niro mit Südstaatenakzent) nicht einfach haben. Da schießt Hobby-Grenzwächter Von Jackson (Don Johnson) schon mal im Cowboy-Outfit direkt an der Grenze auf Mexikaner, die nach Amerika flüchten wollen, während der Senator und sein schmieriger Berater Michael Booth (Jeff Fahey) sich für eine Kampagne zur Wiederwahl mit dem mexikanischen Drogenboss Torrez (Steven Seagal) zusammentun.

Die schöne Luz (Michelle Rodriguez) plant indes mit ihrem Untergrund-Netzwerk illegaler Immigranten eine Revolution. Und Machete, der landet natürlich mittendrin. Die noch schönere Polizistin Yvetta (Jessica Alba) will wiederum nicht länger verdeckt am mexikanischen Arbeiterstrich ermitteln, sondern sich nach oben arbeiten. Da kommen ihr die ganzen Verstrickungen zurecht – und Machete hat es ihr auch angetan. Der kämpft sich indes durch alle Widrigkeiten – ein Maschinengewehr wie seine Gegner braucht er dafür nicht, er greift zu Glasscherben, Hackbeilen und Gartenscheren, um zu köpfen und aufzuschlitzen. Und bevor er sich mit einem Darm eines gerade abgestochenen Widersachers aus einem Fenster abseilt, dreht er mal schnell einen Porno mit der gar nicht unschuldigen Tochter von Michael Booth April (die auch im realen Leben wenig unschuldige Lindsay Lohan).

Der Streifen ist so überzogen blutig, vulgär und brutal, dass er schon wieder lustig ist, wie auch die Vorgängerfilme von Rodriguez. Dass nackte Tatsachen und Gemetzel bei “Machete” vor einem durchaus interessanten, politischen Hintergrund ablaufen, könnte dafür sorgen, dass auch nicht-eingefleischte Rodriguez-Fans dem Splatter-Film etwas abgewinnen können. Die Zielgruppe ist trotz allem klar gesteckt: Wenn Michelle Rodriguez im Bikini-Top mit Maschinengewehr in der Hand die Revolution ausruft und Lindsay Lohan im Nonnenkostüm der Reihe nach Bösewichte abknallt, haben Zuseherinnen vermutlich wenig davon. Robert Rodriguez bleibt seinem Stil treu – und auch beim nächsten Film werden sich seine Fans über jeden Spritzer Blut und jede blanke Brust freuen.

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