Luxushotels in Wien als EM-Gewinner

Auch abseits des grünen Rasens gibt es EM-Gewinner und Verlierer. Zu den Siegern gehört unter anderem die Wiener Luxushotellerie, wie Vizebürgermeisterin Renate Brauner (S) und Tourismusdirektor Norbert Kettner am Dienstag in der Host-City-PK berichteten.

Generell, so versicherte Brauner, sei davon auszugehen, dass die EURO für einen mittel- und langfristigen Werbeeffekt sorge.

“Die EURO ist ein absolut positives Ereignis”, betonte Brauner. Das betreffe unter anderem die Bettenauslastung: “Das Vorurteil, dass Fußball nichts für ein betuchtes Klientel ist, hat sich nicht bestätigt.” Fünf-Sterne-Hotels seien von Anfang an fast ausgebucht gewesen. Die mittlere Kategorie werde hingegen erst jetzt in der Endphase verstärkt nachgefragt.

Laut Wien-Tourismus-Chef Kettner waren die 47.000 Wiener Hotelbetten seit Beginn der EM gut gebucht, wenn auch, mit Ausnahme der Luxuskategorie, nicht ausgebucht. Was es jedoch gegeben habe, seien Vorzieheffekte: Von Jahresbeginn bis Mai sind die Nächtigungen in Wien um mehr als 10 Prozent gestiegen. Kettner rechnet damit, dass zahlreiche Gäste die EM auch abwarten und erst danach nach Wien kommen.

Die Semifinalspiele gelten als touristisch vorteilhafte Paarungen. “Alle vier Nationen machen uns viel Freude”, so Kettner. Die Deutschen seien schon lange umsatzstarke Gäste, die Türkei hingegen ein wichtiger Hoffnungsmarkt. Auch das Wiener Match am Donnerstag sei aus touristischer Sicht günstig. Sowohl Spanien als auch Russland zählen laut Kettner zu Wiens Hauptmärkten.

Ein äußerst wichtiger EM-Effekt ist laut Brauner die Werbung für die Stadt: “In unglaublich vielen Medien wird über Wien berichtet. Das ist eine unbezahlte weltweite Werbekampagne.” Schöne Bilder gebe es etwa aus dem Stadtzentrum. “Es hat sich bestätigt, die Fanzone dort zu platzieren, wo sie platziert war”, sagte Brauner. Laut Tourismusdirektor Kettner wird 2008 international doppelt so viel über Wien berichtet werden wie im Vorjahr.

Doch nicht alle sind mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der EURO zufrieden. Manche Geschäfte, Kulturinstitutionen, Museen und auch die Praterunternehmer klagen über Einbußen. Es gebe dafür zahlreiche Gründe, zu denen auch die – unbegründete Angst – vor Hooligans zähle, hieß es heute. Laut Kettner ist durch die Charakterisierung der Fußballfans im Vorfeld der EURO großer Schaden entstanden.

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