Luftreiniger gegen Coronavirus: Was beachten?

Der Taotronics-Luftreiniger wurde uns zum Test zur Verfügung gestellt.
Der Taotronics-Luftreiniger wurde uns zum Test zur Verfügung gestellt. ©Taotronics
In der Coronapandemie stehen mobile Luftreiniger hoch im Kurs. Die Hersteller versprechen, dass die Geräte infektiöse Aerosole aus der Raumluft fast vollständig herausfiltern. Als Alternative zu offenen Fenstern bei Minusgraden klingt das wie eine gute Idee.

Aber halten die Geräte auch, was sie versprechen? Forscher der Goethe-Universität Frankfurt haben im Oktober die Probe aufs Exempel gemacht. Joachim Curtius, Professor für Experimentelle Atmosphärenforschung, stellte mit seinem Team eine Woche lang vier Luftreiniger in einer Schulklasse mit Lehrern und 27 Schülern auf. Die Luftreiniger verfügten über einen einfachen Vorfilter für groben Staub und Flusen sowie über einen HEPA-Filter der Klasse H13 sowie einen Aktivkohlefilter.

Das Fazit: Luftreiniger können die Aerosol-Konzentration in einem Klassenzimmer in einer halben Stunde um 90 Prozent senken. "Ein Luftreiniger reduziert die Menge an Aerosolen so stark, dass in einem geschlossenen Raum auch die Ansteckungsgefahr durch eine hochinfektiöse Person sehr deutlich reduziert würde", bilanzierte Curtius nach einer Modellrechnung auf Basis der Messdaten.

Studien zeigen Wirkung von Luftfiltern

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die Universität der Bundeswehr München. Das Team um Christian Kähler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik hat Raumluftreiniger mit großem Volumenstrom und hochwertigen Filtern der Klasse H14 getestet. Das Gerät verfügte demnach über eine Filterkombination, die gewährleistet, dass Aerosolpartikel mit einem Durchmesser von 0,1 bis 0,3 Mikrometer zu 99,995 Prozent aus der Raumluft abgeschieden werden.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein solches Gerät anzuschaffen, muss allerdings genau hinschauen. "Es existieren verschiedene Filterklassen", erklärt Martin Kriegel, Aersolforscher und Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin. "Klassisch sind in Lüftungsanlagen Feinstaubfilter verbaut, die etwa 50 Prozent der Aerosole abscheiden." Hochwertigere Filter - Kriegel nennt H13, H14 oder ULPA - arbeiten seiner Ansicht nach so gut, "dass die gefilterte Luft als partikelfrei gilt". Zudem ersetzen die Filter regelmäßiges Lüften nicht, sondern ergänzen es nur.

Luftreiniger Taotronics TT-AP003 im Test

Der Vienna.at-Redaktion wurde kürzlich ein solcher H13-Luftfilter zum Test zugeschickt. Das Gerät mit der Bezeichnung TT-AP003 von Taotronics steht nun seit knapp zwei Wochen in meinem Schlafzimmer und brummt leise vor sich hin. Und dabei meine ich wirklich leise: Der Luftfilter läuft sogar in der Nacht (auf Sleep Mode) und hört sich dabei eher wie ein Heizkörper an in dem gerade das heiße Wasser einläuft. Im Automatikmodus kommt der Ventilator kaum über Stufe 1 hinaus, aus den 3 Stufen kann man aber auch manuell auswählen.

Der Taotronics Luftreiniger

Zur Luftverschmutzung, die über Sensoren gemessen und in Mikrogramm pro Kubikmeter angegeben wird, kann ich aufgrund fehlender Messgeräte nichts sagen. Der Luftreiniger filtert aber den Zigarettenrauch vom unteren Nachbarn merkbar aus der Luft. Während einem zuvor am Morgen noch eine Gestankwolke entgegengekommen ist, ist der Geruch nun fast gänzlich verschwunden, was wohl auch der Aktivkohle geschuldet ist. Zudem zeigt das Gerät die letzten Tage eine erhöhte Belastung an - was eventuell mit dem Saharastaub zusammenhängen könnte, der sich über Europa ausbreitet.

Auf der Oberseite kann man zwischen verschiedenen Modi auswählen.

Der Taotronics TT-AP003 ist auf Amazon um rund 170 erhältlich. Ihn gibt es im aktuellen Angebot mit dem Code XLCFLY2U um rund 140 Euro. Den Filter für rund 40 Euro sollte man alle halbe Jahre wechseln.

(red)

  • VIENNA.AT
  • VIENNA.AT
  • Luftreiniger gegen Coronavirus: Was beachten?
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen