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Lufthansa-Streik: Keine Flugausfälle in Wien erwartet

In Wien gab es bereits Entwarnung.
In Wien gab es bereits Entwarnung. ©APA/dpa/Peter Kneffel
Für Sonntag wurden Lufthansa-Streiks angekündigt. Entwarnung gab es bereits für Wien. Hier sollen alle Flüge nach Plan durchgeführt werden.

An mehreren deutschen Flughäfen kommt es an diesem Sonntagmorgen zu einer Kraftprobe zwischen dem Lufthansa-Konzern und der Kabinengewerkschaft UFO. Diese hat Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress aufgerufen, in der Zeit zwischen 5.00 und 11.00 Uhr sämtliche Starts zu bestreiken.

Lufthansa-Streik: Entwarnung für Wien

Das Unternehmen wiederum hat angekündigt, sämtliche Flugzeuge wie geplant in die Luft bringen zu wollen. Die Streiks würden dann ins Leere laufen.

Eine erste Entwarnung gab der Flughafen Wien am Samstagabend für Reisende in Wien-Schwechat. "Nach derzeitigem Informationsstand sind keine Ausfälle zu erwarten, alle im Streikzeitraum vorgesehenen zwölf Eurowings- und Lufthansa-Flüge - sechs ab und sechs nach Wien - sind noch im Plan und werden voraussichtlich durchgeführt", sagte Flughafen-Sprecher Peter Kleemann zur APA. Der Flughafen Wien schließt aber nicht aus, dass es vereinzelt zu Beeinträchtigungen kommt. Den Passagieren wird empfohlen, sich bei ihrer gebuchten Fluglinie bezüglich ihres Fluges zu erkundigen.

Lufthansa-Streik in Deutschland: Mehr als 300 Verbindungen betroffen

Insgesamt geht es um mehr als 300 Verbindungen mit geschätzt rund 60.000 Gästen an Flughäfen wie Frankfurt am Main, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin oder Hamburg. Eurowings forderte seine Gäste auf, sich über die Flüge im Internet zu informieren.

Die Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern waren erst am Freitagnachmittag angekündigt worden. Wenig später hatte die Gewerkschaft UFO die schon seit Montag angekündigten Ausstände bei der Konzernmutter Lufthansa wieder abgeblasen. Der Konzern hatte sich kurzfristig bereiterklärt, 2,0 mehr Gehalt zu zahlen - gefordert hatte UFO nur 1,8 Prozent. Unmittelbar danach schob UFO weitere Tarifforderungen nach, die Lufthansa in einem Brief umgehend ablehnte. Die Arbeitgeberseite betonte darin zudem, dass die Erhöhung von 2,0 Prozent keine Erfüllung der Tarifforderung, sondern freiwillig sei.

Darauf reagierte UFO am Samstag mit einer erneuten Drohung, auch die Muttergesellschaft wieder zu bestreiken. "Streiks bei Lufthansa sind wieder jederzeit möglich, auch vor Abschluss der gestern gestarteten Urabstimmung", erklärte der stellvertretende UFO-Vorsitzende Daniel Flohr in der Mitteilung. Die Lufthansa bestätigte die Existenz des Schreibens, in dem der Arbeitgeberverband Luftverkehr der Gewerkschaft am Freitag mitteilte: "Auf Grund Ihrer mangelnden Abschlussfähigkeit sind auch weiterhin keine Gespräche mit Ihnen möglich."

UFO hat seine Mitglieder in sämtlichen Lufthansa-Fluggesellschaften zu Urabstimmungen über unbefristete Streiks aufgerufen, die bis zum 1. November laufen sollen. Für sämtliche Betriebe gibt es unterschiedliche Forderungen.

Zerwürfnis zwischen UFO und Lufthansa steht hinter Streiks

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen UFO und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den UFO-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Die UFO-Streiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

Die UFO hat das Unternehmen davor gewarnt, für die Streikzeit Listen über Krankmeldungen zu führen, weil dies gegen den Datenschutz verstoße und strafbar sei. Ihren Mitgliedern rät die Gewerkschaft, bereits ab dem ersten Tag der Erkrankung ein ärztliches Attest bereit zu halten.

In der Vergangenheit hatte Lufthansa bei Streikdrohungen der Piloten oder Flugbegleiter von sich aus viele Flüge abgesagt und einen Not-Flugplan erstellt. Zum eigentlich angekündigten Streik musste es dann wegen der Flugstreichungen gar nicht mehr kommen. Die Lufthansa-Flugbegleiter hatten zuletzt im November 2015 gestreikt.

Streik bei deutschen Lufthansa-Töchtern - Keine größeren Störungen

Der von der deutschen Flugbegleitergewerkschaft UFO für Sonntag ab 5.00 Uhr ausgerufene Streik bei den vier Lufthansa-Töchtern Eurowings, Germanwings, SunExpress und Cityline hat keine größeren Beeinträchtigungen im Flugverkehr ausgelöst. In Österreich fielen nur vereinzelt Eurowings-Flüge aus.

Der Streik wurde heute in der Früh kurzfristig von sechs auf 19 Stunden verlängert, soll also um Mitternacht enden. Zu der im Vorfeld der Streiks von der Gewerkschaft angedrohten Ausweitung der Arbeitsniederlegung auf die Lufthansa-Kerngesellschaft kam bisher nicht.

Wien-Schwechat: Fast alle Flüge fanden wie planmäßig statt

Am Flughafen Wien fanden bis zum Nachmittag laut Homepage fast alle Flüge statt - eine Verbindung nach Köln (Abflug 15.30 Uhr) wurde allerdings gestrichen, eine weitere (Abflug 16.15 Uhr) verspätet sich nach derzeitigem Stand um eineinhalb Stunden.

In Salzburg fiel heute Früh der Flug nach Hamburg (Abflug 9.40 Uhr) aus. "Wir haben keine Informationen, dass es zu weiteren Verzögerungen oder Ausfällen kommt", hieß es seitens des Flughafen-Sprechers Alexander Klaus zur APA. Die Flüge nach Düsseldorf um 16.40 Uhr und um 20.15 Uhr sowie jener nach Berlin um 21.05 werden nach derzeitigem Stand planmäßig durchgeführt.

Österreich: Kaum Störungen bei Flügen

Am Kärnten Airport in Klagenfurt wurde nur die Köln-Maschine gestrichen, die um 10.10 Uhr ankommen sollte. Das war auch die einzige Eurowings-Verbindung heute.

In Graz kam es bisher nur zu einer einzigen Verspätung bei einem Lufthansa-Flug nach München, der um 15.00 Uhr um eine Dreiviertelstunde später startete als geplant. Sonntags gibt es keine Eurowings-Flüge nach Deutschland, nur eine Verbindung nach Palma.

Der Flughafen Innsbruck ist von dem Streik bei der deutschen Lufthansa-Tochter Eurowings nicht betroffen, da es keine Sonntagsverbindung gibt, wie es seitens des Flughafens Sonntagnachmittag auf APA-Anfrage hieß.

(APA/Red)

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