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Lovely Louise - Trailer und Kritik zum Film

Andre ist über 50 und lebt mit seiner alten Mutter Louise in einer kleinen Wohnung in Zürich. Das Leben der beiden spielt sich in einer engen begrenzten Welt ab, dominiert von Ritualen und Routinen. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Dann taucht Bill aus Amerika auf, und “Lovely Louise” von Regisseurin Bettina Oberli nimmt Fahrt auf. Ab Donnerstag in den heimischen Kinos. Der Schweizerin ist ein feiner Film über eine Mutter-Sohn-Beziehung gelungen, über Abhängigkeit und Befreiung, Schuldgefühle und Lügen. Inszeniert mit überzeugenden Schauspielern und hintersinnigem Humor.

Lovely Louise: Die Geschichte

Immer wieder hat Louise (Annemarie Düringer) ihrem Sohn (Stefan Kurt) erzählt, wie sie fast die neue Garbo geworden wäre. Mit ihren Freundinnen blättert sie in alten Fotos, Andre blickt gequält in die Runde und flüchtet sich auf den Flugplatz. Dort lernt er Steffi (Nina Proll) kennen, die über Andres Leben mit seiner Mutter befremdet ist. Andre bringt Louise jeden Abend ins Bett, stellt ein Wasserglas auf den Nachtisch, zieht die Vorhänge zu, legt den Morgenmantel bereit. Regelmäßig gehen die beiden ins Schwimmbad. Die immer gleichen Bilder, die sparsamen Bewegungen der Kamera und die sich wiederholenden Schnitte unterstreichen, wie starr und eintönig die Abläufe sind.

Lovely Louise: Die Kritik

Bills (Stanley Townsend) Auftauchen wirbelt das Leben von Louise und Andre gehörig durcheinander. Auch der Amerikaner ist ein Sohn der Schauspielerin, von dem sie nie etwas erzählt hat. “Ich hatte Lust, eine ältere Frau nicht süß und herzig, also ‘lovely’ zu zeigen, sondern dominant, narzisstisch und egomanisch”, sagt Oberli in einem Interview im Presseheft. “Der Konflikt zwischen Verwurzelung und Ausbruch – darum geht es in meinen Filmen.” Andre erträgt seine Mutter und sich selbst, er wirkt stoisch und energielos.

Bald überschlagen sich die Ereignisse, es gibt eine Reise nach Spanien, eine Prügelszene im Schwimmbecken, Andres Ersparnisse werden verspielt und von seinem Taxi ist am Ende auch nicht mehr viel übrig. Bill macht sich zwar aus dem Staub, aber nicht ohne seinem Bruder die Augen zu öffnen über die Mutter und ihren vermeintlichen Verzicht auf eine Karriere in Hollywood. In einem starken Schlussbild lässt Andre alle seine liebevoll gebastelten Modellflugzeuge starten und über sich kreisen.

(APA)

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