Londoner Modewoche zeigt Fashion für Sparfüchse

©AP
Normalerweise sind die Teile auf den internationalen Laufstegen unerschwinglich. Im Vergleich dazu sind die extravaganten und auffälligen Teile der Londoner Modewoche ein absolutes Schnäppchen.

Was ziehe ich heute an? Diese Frage ist für einige jeden Tag aufs Neue leidig, aufreibend oder sogar stressig. Britische Modemacher meinen dagegen schon genau zu wissen, was im Frühling und Sommer nächsten Jahres auf der Straße, im Büro und beim Abendball getragen wird. Von Freitag bis Mittwoch zeigen die Designer ihre neuen Kollektionen für Mann und Frau – auf Europas trendsetzender Modemesse, der London Fashion Week. Hier gibt es von 17.-22. September Extravagantes und Auffälliges zum vergleichsweise kleinen Preis.

Was auf dem Londoner Laufsteg vorgeführt wird, hängt in der Regel ein halbes Jahr später auch auf den Kleiderstangen in Geschäften. Tief hängende Haremhosen, Röhrenjeans, punkige Outfits und Safarilooks gehören inzwischen zum Alltagsbild auf den Flanier- und Shoppingmeilen. Für diesen Herbst und Winter setzen die Modemacher auf viel “Bling, Bling” mit Gold, Silber und prollige Klunker unter dem Nerzmantel sowie Fellen und Federn.

London calling: Neben etlichen Promis blicken auch die Einkäufer der wichtigsten Lieferanten, Modeketten und Kaufhäuser hier gebannt auf die innovativen Ideen, die die Models tragen. Modegeschäfte setzen zunehmend auf die kreative, freche und provokante “British Fashion“.

London will Fashion-Standards ändern

Die Londoner Fashion Week will anders als die Konkurrenzmessen sein und Standards setzen. Die Kampagne gegen Magermodels entfachte eine Debatte über lebenswirkliche Kleidergrößen jenseits der XXS auf dem Laufsteg – sie sind aber immer noch die Ausnahme. Die Gewerkschaften wollen nun aber ein Mindestalter von 16 Jahren und Arbeitsstandards einführen. London will die Branche außerdem zum Schneidern von mehr ethisch vertretbaren und Ökokleidern bewegen.

Design-Stars zeigen ihre Mode

Auf dem Laufsteg tummeln sich feste Größen der Modeschöpfung. Zu den wichtigen Designern gehören Vivienne Westwood, Paul Smith und Matthew Williamson, der auch für H&M mehrere Kollektionen entwarf. Mit Spannung werden die neuen Kleider aus den Modehäusern Burberry, Jaeger, Pringle of Scotland und Twenty8Twelve von Savannah und Sienna Miller erwartet. Paul McCartneys Tochter Stella zeigt ihre Entwürfe für den deutschen Sportartikelhersteller Adidas.

Mode in der Krise

Die Branche ist nach der Rezession allerdings immer noch nicht in Champagnerlaune. Erneut meldeten sich weniger Designer für die teuren Laufstegschauen an. An dieser Messe nehmen diesmal 104 Catwalk- Designer teil. Das sind acht weniger als im Frühjahr und 16 weniger als vor einem Jahr. Auch abseits des Laufstegs wird es mit nur noch 274 Modefirmen rarer, 50 weniger als im Frühjahr.

Damit die Branche wieder in Schwung kommt, hat die britische Modekammer Hilfen vom Staat gefordert. Viele talentierte Designer bräuchten weitere Intensivkurse und die Messe mehr Geld, um sich international zu behaupten, sagte der Kammervorsitzende Harold Tilman mit Verweis auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Da klingt auch etwas Furcht mit, die mühsam erarbeitete Aufmerksamkeit und derzeitige Kauflaune wieder zu verlieren.

Die Messe endet am kommenden Mittwoch mit einem Tag der Herrenmode.

  • VIENNA.AT
  • Mode
  • Londoner Modewoche zeigt Fashion für Sparfüchse
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen