Lokalaugenschein: Wien begibt sich wieder in den Lockdown

Wien ist bereits zum 5. Mal im Lockdown.
Wien ist bereits zum 5. Mal im Lockdown. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Auch in Wien ist der Lockdown spürbar, wenn auch nicht mehr so stark wie im letzten Jahr. City und Öffis sind nicht so leer wie bei der ersten Ausgangssperre und auch einige Touristen treiben sich noch in der Innenstadt herum.

Auch Wien ist seit Montag wieder im Lockdown - auch wenn dies noch nicht überall eindeutig zu bemerken ist. Waren bei der ersten Ausgangssperre 2020 etwa in der Innenstadt nur vereinzelt Menschen anzutreffen, bot sich heute ein anderes Bild. Es herrschte überall rege Liefertätigkeit, auch Passanten waren gar nicht so wenige unterwegs. Auch die U-Bahn war gut frequentiert.

Kaum ein Unterschied in den Öffis

Auf den Bahnsteigen und Öffis war anders als beim ersten Lockdown - als die Garnituren oft fast leer waren - kaum ein Unterschied zu den vergangenen Wochen zu bemerken. Lediglich an den Umsteigeknoten und den damit verbundenen Einkaufspassagen waren angesichts geschlossener Shops deutlich weniger Menschen anzutreffen.

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Laut dem Büro des für die Wiener Linien zuständigen Stadtrats Peter Hanke (SPÖ) werden Zahlen zum möglichen Frequenzrückgang erst in einigen Tagen vorliegen. Laut einem Sprecher hat sich bei den vergangenen Ausgangsbeschränkungen aber gezeigt, dass die Fahrgäste sukzessive immer weniger daheimgeblieben sind. Haben beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 noch 80 weniger Kundinnen und Kunden das Angebot genutzt, betrug der Rückgang im November des Vorjahres nur mehr 60 Prozent.

Nacht-U-Bahn bleibt

Bleiben wird vorerst auch die Nacht-U-Bahn, wurde betont. Sie war während der früheren, längeren Lockdown-Phasen eingestellt worden. Ein vorläufiges Aus gibt es hingegen für den Twin City Liner, also jenen Schnellkatamaran, der zwischen Wien und Bratislava pendelt. Geplant waren einige Adventfahrten in die slowakische Hauptstadt bzw. ein Trip nach Budapest. Nun soll erst im März, also zum nächsten regulären Saisonstart, wieder in abgelegt werden.

Ähnlich die Szenerie an der Oberfläche. Auf der Kärntner Straße etwa wurden viele Geschäfte beliefert - so wie jeden Montag in der Früh. Trotz des ungemütlichen Herbstwetters waren auch zahlreiche Passanten zu sehen, darunter ein paar noch verbliebene Touristen. Allerdings waren es doch deutlich weniger als sonst in der Vorweihnachtszeit.

Ein Unterschied ist trotzdem zu sehen
Ein Unterschied ist trotzdem zu sehen ©APA

Wiener verstehen Maßnahme

Nicht wenige von ihnen wurden von den am Vormittag in der City postierten Kamerateams um Interviews gebeten. Oft war dabei Verständnis für die Maßnahme zu vernehmen. "Für die Geschäftsleute ist es sicher nicht lustig, aber es ist wahrscheinlich absolut notwendig. Das man es hätte verhindern können, ist eine andere Sache", meinte etwa ein Mann, der mit seiner Frau gerade in der Apotheke zum PCR-Testen war.

Ein Unterschied ist trotzdem zu sehen
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Eine Ärztin berichtete, dass sie es erwartet habe, doch relative viele Menschen anzutreffen - und dass sie nun froh über den Schritt sei: "Ich hab jeden Tag gehofft, dass der Lockdown kommt, ich bin Ärztin. Ich bade es auch aus. " Sie könne sich keine anderen Maßnahmen vorstellen: "Eigentlich hätte der Lockdown schon viel früher stattfinden sollen."

Stände auf Christkindlmärkten geschlossen

Zu Geschäften, die in der Stadt offen halten dürfen, gehört auch der Meinl am Graben, der seine Generalsanierung erst kürzlich abgeschlossen hat. Wer vermutet hatte, dass sich nun alle Weihnachtsshopper dort drängen werden, der hat sich zumindest vorerst geirrt. Tatsächlich war am Montagvormittag noch wenig Betrieb im Luxuskaufhaus.

Ganz ohne Zugangbeschränkungen können nun manche Weihnachtsmarkt-Areale besucht werden - etwa am Rathausplatz. Ein 2G-Nachweis ist nicht mehr nötig, allerdings haben auch keine Stände mehr offen. Leuchten wird zumindest weiterhin die Weihnachtswelt im Rathauspark. Lediglich die dort aufgebauten Fahrgeschäfte, also etwa das Riesenrad, stehen die kommenden drei Wochen nicht mehr zur Verfügung.

(APA/red)

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