Lockdown: Nur rund 10 Prozent der Händler setzen auf Click & Collect

Handelsverband: Regelung kann weniger als 10 Prozent der erwarteten Umsatzverluste kompensieren.
Handelsverband: Regelung kann weniger als 10 Prozent der erwarteten Umsatzverluste kompensieren. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Im Gegensatz zu den ersten beiden Lockdowns besteht nun die Möglichkeit, bestellte Waren vor Ort im Geschäft abzuholen ("Click & Collect"). Der Handel hatte seit dem ersten Lockdown auf die Einführung dieser Regelung gedrängt, die jetzigen Umsatzerwartungen sind allerdings verhalten.

Laut Handelsverband würde diese Regelung weniger als zehn Prozent der erwarteten Umsatzverluste im Einzelhandel kompensieren. Von einem solchen System würde zudem nur ein Bruchteil der heimischen Händler profitieren können, betonte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montag gegenüber der APA.

Dritter Lockdown: Click & Collect möglich

Die Möglichkeit, Click & Collect anzubieten, hänge vor allem vom jeweiligen Geschäftsmodell und Produkt ab. "Viele heimische Händler sind viel zu klein, für sie stehen die möglichen Umsätze in keiner Relation zu anfallenden Mietkosten und administrativem Aufwand", erklärte er.

Will schätzt den Anteil jener Händler, die Click & Collect im dritten Lockdown anbieten werden auf unter 10 Prozent. Profitieren würden vor allem Möbelhändler und der Baustoffhandel, da diese Branche bereits viel in Click & Collect Systeme investiert hätte, so Will. Viele österreichische Händler seien aber digital noch nicht entsprechend gerüstet, beklagte er.

Nur 6 Prozent der Österreicher wollen via Click & Collect einkaufen

Auch der Anteil jener Österreicher, die Click & Collect als mögliche Einkaufsform im dritten Lockdown nutzen wollen, bleibt laut Will überschaubar. Laut einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands gaben nur rund 6 Prozent der befragten Österreicher an, in den kommenden Wochen auf diese Art einkaufen zu wollen.

WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik zeigte sich ebenfalls verhalten. Eine genaue Prognose zum Erfolg des Click & Collect-Systems sei derzeit noch schwierig, da man noch keine Erfahrungswerte habe, erklärte er. Für die Händler sei dies zwar eine "wichtige Möglichkeit, die es gilt, anzubieten". Klar sei aber, dass die Regelung die erwarteten Umsatzeinbußen durch den dritten Lockdown nicht wett machen können. Die Umsätze durch Click & Collect würden laut Handelsobmann "in keinster Weise ein Volumen erreichen, die die Ausfälle kompensieren". Auch er betonte, dass die Reglung nicht für alle Händler sinnvoll ist. Ein Click & Collect-System "passt nicht für jeden". Händler, deren Geschäftsmodell nicht geeignet ist, hätten laut Trefelik jetzt "keine Chance". "Für die große Zahl der heimischen Händler ist der Lockdown eine Katastrophe", beklagte er.

Umsatzverluste von knapp 1,9 Mrd. Euro erwartet

Die Zeit nach Weihnachten ist normalerweise für den Handel eine umsatzstarke Zeit. Handelsforscher der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) erwarten durch den dritten Lockdown Umsatzverluste im heimischen Einzelhandel von knapp 1,9 Mrd. Euro. Der Handelsverband rechnet mit Umsatzverlusten in Höhe von drei Milliarden Euro.

(APA/Red)

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