Lobau-Besetzung wirkt

Die Ankündigung von Umweltschützern, die Besetzung der Wiener Lobau bis Ende November aufrechterhalten zu wollen, scheint Wirkung zu zeigen:

Die Autobahngesellschaft Asfinag will sich nun überhaupt nicht mehr festlegen, wann sie mit den Probebohrungen für den Tunnel der Nordost-Umfahrung (S1) beginnen wird. Irgendwann „im Zeitraum November bis März“ werde man sie durchführen, hieß es am Dienstag.

„Wir haben fünf Monate Zeit dafür“, sagte Sprecherin Anita Oberholzer gegenüber der APA. Außerdem begünstige winterliche Witterung die Arbeiten. „Je kälter, desto besser“, laute das Motto für die 18 unter Aufsicht des städtischen Forstamtes geplanten Bohrungen im Nationalpark.

Gegenüber den Öko-Aktivisten, die das Straßenprojekt verhindern wollen, gibt man sich gelassen. „Wir sind gewappnet. Wir sind sicher, dass sie bis Ende November bleiben, möglicherweise auch länger“, so Oberholzer: „Aber auch wenn sie sitzen bleiben, werden wir irgendwann mit unseren Bohrungen anfangen.“ Sollten die Umweltschützer das Gespräch suchen, sei man dafür offen.

Meldungen, wonach sich die Asfinag von dem Projekt verabschieden wolle, seien nicht richtig, betonte die Sprecherin. Die Kostenschätzung der Asfinag in Höhe von rund 1,6 Mrd. Euro gelte nämlich weiterhin. Sie sei „relativ genau“, so Oberholzer. Im derzeitigen, schon sehr weit fortgeschrittenen Planungsstadium sei nicht davon auszugehen, dass es zu der von Umweltschützern behaupteten Steigerung um 30 Prozent kommen könnte.

Dass es bereits Ergebnisse von außerhalb der Lobau durchgeführten Probebohrungen gebe, die auf einen besonders schwierigen Untergrund hinweisen sollen, bestritt die Asfinag-Sprecherin erneut. Ein erstes Gesamtergebnis sei erst Ende des Jahres zu erwarten. Überraschungen erwarte man nicht, denn schon jetzt wisse man, dass Wiens Untergrund „regelmäßig unregelmäßig“ sei, so Oberholzer.

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