Lob & Kritik am "rauchfreien" Opernball

Symbolbild &copy Bilderbox
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Rauchverbot herrscht ab sofort beim "Ball der Bälle". Von Seiten der Ärztekammer wird diese Maßnahme befürwortet. Opernball-Stammgast Richard Lugner hält das für wenig "gscheit". Andere Traditionsbälle werden dem Beispiel nicht folgen.

In den Logen und im Ballsall wird es künftig nicht mehr erlaubt sein, sich eine Zigarette anzuzünden. Das verkündete Staatsopern-Direktor Ioan Holender am Dienstag. Nur im Foyer vor der Feststiege und in den beiden Rauchsalons am Balkon darf zukünftig geraucht werden.

Für Holender Entschluß zeitgemäß

“In einem Jahr wird das üblich sein”, so Holender. Die Diskussion über die Maßnahme kann der Direktor nicht nachvollziehen. Die Gäste würden beim Abholen der Karten informiert.
Angst, dadurch Besucher zu verlieren, hat Holender nicht: “Ich glaube nicht, dass deshalb ein Mensch weniger kommt. Und wenn doch, dann kommt ein anderer stattdessen. Ich bin nicht einer, der jetzt seine Anti-Raucher-Kampagne führt. Aber ich finde es zeitgemäß, dass man das nicht mehr tut.Die Oper wird ansonsten verstunken und man riecht den Rauch wochenlang in den Garderoben. Von den Gefahren rede ich gar nicht”, so Holender über seine Entscheidung.

Kritik vom Baumeister

“Ich halte das nicht für aufregend gescheit”, meinte Opernball-Besucher Richard Lugner zu dem neuen Rauchverbot. Der Konsum von Tabakwaren gehöre an einem solchen Abend dazu. “Und das sage ich, obwohl ich absoluter Nichtraucher bin”, meinte der Baumeister. Zudem hätte man die Maßnahme bekannt geben sollen, bevor die Karten in den Verkauf gegangen sind. Von Personen, die viel Geld für Logen ausgeben, könne man kaum erwarten, dass sie sich in Raucherecken zusammendrängen. Seinen prominenten Gästen dürfte das Rauchverbot egal sein. “Bis auf Kid Rock waren alle Nichtraucher”, meinte Lugner.

Kein Rauchverbot bei anderen Bällen

Andere Veranstalter wollen – zumindest vorerst – der Vorgabe des Opernballes nicht folgen. Selbst am Ärzteball denkt man nicht daran. “Wir haben seit zehn Jahren eine eigene Nichtraucherzone in der Geheimen Ratsstube, mit dieser Lösung sind wir bisher sehr zufrieden und die werden wir beibehalten”, hieß es von den Organisatoren.

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