Längere Vorwarnzeiten für Hochwasser im Donauraum

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Normalerweise wird nur zwei, drei Tage vor einem Hochwasser Alarm geschlagen. Mit dem heute, Montag, in Wien präsentierten Danube EFAS sollen Prognosen mit einem Zeitrahmen von drei bis zehn Tagen möglich sein.

Die Trefferquote des neuen Modells beträgt zwischen 70 und 80 Prozent – “mehr oder weniger in der entsprechenden Zeit, dem richtigen Ort und der vorhergesagten Höhe”, sagte EFAS-Projektmamanger Ad de Roo. Ungewöhnlich ist, dass die Prognosen nicht auf den Pegelständen der Flüsse basieren, sondern auf den Daten von über 4.000 Messstationen für Niederschläge, den Schneemengen sowie 50 verschiedenen Wettervorhersagen. Erst dies mache derart langfristige Prognosen möglich.

Diese Daten werden laufend in das seit 2002 entwickelte Modell gespeichert. Bereits seit vier Jahren werden laut Ad de Roo Warnungen an die Mitgliedsstaaten des Projekts gesandt. Nun ist die Testphase abgeschlossen und die Daten sind online verfügbar – allerdings nur für die Behörden der einzelnen Länder. Denn diesen obliegt es, aus den Vorhersagen die entsprechenden Schlüsse zu ziehen, rechtzeitig Warnungen auszugeben und Vorkehrungen zu treffen, unterstrich Philip Weller, Geschäftsführer der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD).

Diese zwischenstaatliche Organisation hatte 2002, nach dem verheerenden Donau-Elbe-Hochwasser, mit dem Joint Research Centre (JRC) der EU mit der Ausarbeitung des Vorhersage-Modells begonnen. Alles in allem wurden dafür laut Ad de Roo rund zehn Mio. Euro aufgewandt, rund 1,5 Mio. verschlingt der laufende Betrieb. “Aber es ist teuer, nichts für den Hochwasserschutz zu unternehmen”, unterstrich Igor Liska, technischer Experte der IKSD. Das neue System soll auf ganz Europa ausgeweitet werden, die Arbeiten dafür haben bereits begonnen.

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